Gespräche mit Künstlern ,

Hiwa K

Unser Unterbewusstsein kennt keine Ironie

Ein Gespräch von Michael Stoeber

Spätestens seit seiner Teilnahme an der Biennale in Venedig 2015 wie an der documenta in Athen und Kassel 2017 ist Hiwa K im Kunstbetrieb der Gegenwart kein Unbekannter mehr. Und auch die große, von Kathleen Rahn kuratierte Übersichtsschau 2018 im Kunstverein Hannover sowie die Aktivitäten seiner Berliner Galerie KOW haben dazu beigetragen, ihn in Deutschland bekannt zu machen. Dabei sind über das K, das der kurdisch-irakische Künstler Hiwa K seinem Namen beigegeben hat, und dessen Bedeutung bis heute viele Vermutungen angestellt worden. Eine der intelligentesten läuft darauf hinaus, dass der literarisch gebildete Hiwa K es bei Franz Kafka entlehnt haben könnte. Dessen Protagonist K. in „Der Prozess“ gerät in die Mühlen einer gnadenlosen Justiz, die ebenso wenig zu durchschauen und auszurechnen ist wie Vieles, was in der Welt vorgeht. Und weil Hiwa K als Flüchtling illegal zu Fuß aus dem nordirakischen Kurdistan nach Europa kam, hat er in dieser Hinsicht reichlich Erfahrungen gesammelt. Sie sind der Stoff, aus dem viele seiner Kunstwerke gemacht sind. In Performances, Installationen und Videoarbeiten thematisiert er die politische Unterdrückung in seiner Heimat, die Odyssee der Migration und seine Jahre in Deutschland. Michael Stoeber sprach mit Hiwa K über sein Leben und sein Werk, doch dem Geheimnis des assoziierten K ist auch er dabei nicht nähergekommen. Hiwa K gibt dazu am Schluss des Gesprächs zwar eine kleine Anekdote zum Besten, aber die ist, wie er selbst gesteht, nicht ernst gemeint. Die Ausdeutung seines Namens überlässt er…

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