Nachrichtenforum · von Jürgen Raap · S. 20 - 43
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Museen

Mit mehr als 150 Ausstellungen und Veranstaltungen findet die BERLIN ART WEEK vom 9. bis zum 13. September 2020 statt. Besondere Schwerpunkte sind die Messe „positions Berlin“, HANS HAACKES Intervention ›Wir (alle) sind das Volk‹ im öffentlichen Raum der Stadt, ein Veranstaltungsprogramm der AKADEMIE DER KÜNSTE sowie ein diskursives Veranstaltungsprogramm mit Filmen und Gesprächen, kuratiert von Nadim Julien Samman (KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART), zur europäischen Stadt des 21. Jahrhunderts. Auf dem Programmzettel steht auch das KINDL—ZENTRUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST. Es eröffnet mit der neuen künstlerischen Direktorin Kathrin Becker gleich vier Ausstellungen: „neben einer Gruppenausstellung auch eine raumgreifende audiovisuelle Installation aus zwei Klangskulpturen von Nik Nowak sowie eine speziell für das Haus entwickelte Neuproduktion der Künstlerin Lerato Shadi, die als Vertreterin des ›Black Feminism‹ den marginalisierten Körper ins Zentrum ihres Werks stellt, sowie eine Filmarbeit der israelischen Künstlerin Ann Oren im neu geschaffenen ›M1 Video-Space‹.“ Die freie Berliner Szene ist mit 10 Projekträumen beteiligt, ebenso zahlreiche Privatsammlungen. www.berlinartweek.de 2019 präsentierte die DÜSSELDORFER KUNSTSAMMLUNG NRW an ihren beiden Standorten K20 und K21 die bis dahin umfangreichste Ausstellung von Ai Weiwei in Europa. Nun sind im K21 neu erworbene Werke und eine Schenkung des Künstlers zu sehen: AI WEIWEI schenkte der Sammlung seine Rauminstallation „Laundromat“ (2016). Zugleich stellen die Freunde der Kunstsammlung dem Museum als Dauerleihgabe Ai Weiweis Arbeit „Stacked Porcelain Vases as a Pillar (2017)“ zur Verfügung. In der neu geordneten Präsentation von K21 sind außerdem von Ai Weiwei die Installation „Stool“ (2014), die Wandtapete „Odyssey“ (2016) und die Fotoserie „Study of Perspective“ (1995–2011) zu sehen. Der Relaunch umfasst auch Arbeiten von Ei Arakawa, Wolfgang Tillmans, Lutz Bacher, Margarete Jakschik, Jef Geys, Marcel Broodthaers, Ed Atkins und Cao Fei.

Wie sollte das MUSEUM DER ZUKUNFT aussehen? Auf jeden Fall demokratischer, d.h. mit mehr Mitsprache verschiedener Interessenten aus der Kunst, aus dem Bereich des Kuratierens, aus diversen Institutionen etc. Nach dem Prinzip des „Wunschkonzerts“ sollen zudem auch diejenigen, die gerne regelmäßig ein Museum besuchen, mitdiskutieren können, was sie gerne sehen wollen. Daher haben das NRW-FORUM DÜSSELDORF und das MUSEUM ULM eine Bewegung für mehr Demokratie im Kunstbetrieb ins Leben gerufen: nextmuseum.io ist eine digitale Plattform, an der „alle Interessierten aktiv an der Konzeption von Ausstellungen und der Entwicklung experimenteller Ansätze mitwirken können.“ An den Start geht die neue Plattform mit einem Aufruf, sich an der 2021 stattfindenden Ausstellung „Willkommen im Paradies” im NRW-Forum Düsseldorf und im Museum Ulm zu beteiligen. Die Plattform ist abrufbar unter:

www.nextmuseum.io

Das DRESDNER KUPFERSTICHKABINETT feiert in diesen Wochen sein 300jähriges Bestehen. Es ging aus der Kunstkammer der Wettiner hervor und ist mit dem Gründungsdatum 1720 das älteste Spezialmuseum für Kunst auf Papier im deutschsprachigen Raum. Durch die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg erlitt die Sammlung trotz Auslagerung dramatische Verluste; was übrig war, kam vorübergehend in die Sowjetunion und erst Ende der 1950er Jahren und Anfang der 2000er zurück nach Dresden. Eine Jubiläumsausstellung läuft bis zum 14. September 2020.

Das Symposium „GRUPPENDYNAMIK – KOLLEKTIVE DER MODERNE“ ist Teil des Projekts „Gruppendynamik – Der Blaue Reiter und Kollektive der Moderne“, das 2021 im MÜNCHENER LENBACHHAUS in zwei Ausstellungen mit begleitenden Publikationen mündet. Ab sofort kann das Symposium online verfolgt werden: alle Vorträge wurden digital aufgezeichnet. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen weltweiten Kollektiveund Gruppen in der Kunstszene.

www.lenbachhaus.de

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei habe den Status der HAGIA SOPHIA in ISTANBUL als Museum annulliert. Die 532–537 erbaute byzantinische Kirche wurde nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 Moschee und nach der Begründung der Türkischen Republik 1923 durch Kemal Atatürk (1881–1938) im Jahr 1934 im Zuge seiner Politik der Säkularisierung in ein Museum umgewandelt. Atatürk hatte die Modernisierung des Landes nach westlichem Vorbild mit einer konsequenten Abschaffung von Sultanat und Kalifat verbunden. Dass die jetzige türkische Regierung unter Präsident Erdoğan das Gebäude hingegen wieder in eine Moschee umwandeln will, hat auch eine symbolische Bedeutung zum hundertjährigen Jubiläum der Republikgründung – die Kemalisten befinden sich heute in der Opposition: „Der türkische Präsident und Chef der Regierungspartei AKP hatte alles daran gesetzt, die Entscheidung Atatürks rückgängig zu machen… Erdogans Initiative zielt eigentlich darauf ab, die türkische Wählerschaft wieder stärker hinter der AKP zu versammeln“, notierte die „Deutsche Welle“ dazu. Der Kuppelbau gehört zum WELTKULTURERBE DER UNESCO, und dort ist man der Ansicht, dass ein Staat „keine Veränderung an dem herausragenden universellen Wert“ eines Welterbe-Monuments vornehmen dürfe.

 

Kulturpolitik

Ab dem 1. Juli 2020 übernimmt die Bundesrepublik Deutschland die EU-RATS-PRÄSIDENTSCHAFT in Brüssel für das Kulturprogramm mit Fokus auf europäischer Öffentlichkeit und europäischer Solidarität. Mit europaweiten Projekten begleitet das GOETHE-INSTITUT dieses Programm. Fünf dieser Projekte sind offiziell Teil des Kulturprogramms: In der „Europaküche“ „wird die Küche zu einer Plattform für einen kulturellen und europaweiten Dialog über Grenzen hinweg.“ Der digitale Jugendwettbewerb #oekoropa ruft Jugendliche dazu auf, „ihre Ideen für eine klimaneutrale Reise durch Europa einzureichen.“ „Generation A=Algorithmus“ geht der Frage nach, „wie Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaften aktuell und zukünftig verändert.“ Die Veranstaltungsreihe „Erzähle mir von Europa“ fördert „einen generationsübergreifenden Austausch“, und bei der „Verschwindenden Wand“ geht es um die „Vielfalt Europas“. Zusätzliche Unterstützung erhält das partizipative Kunstwerk „Earth Speakr“ von OLAFUR ELIASSON sowie zwei weitere Großprojekte: Vom 30. bis 31. Oktober 2020 findet das Festival des Projekts „Freiraum“ statt, das sich der Frage: „Was bedeutet Freiheit heute in Europa?“ widmet. Mit dem Mehrwert von Mehrsprachigkeit und ihrer Bedeutung für die Vermittlung europäischer Werte beschäftigt sich vom 8. bis 9. Oktober 2020 eine Konferenzserie, die das Programm Europanetzwerk Deutsch initiiert hat.

www.goethe.de

Nach dem gewaltsamen Tod zweier Afroamerikaner bei Polizeieinsätzen in Minneapolis und Atlanta gab es weltweite Protestkundgebungen gegen RASSISMUS und POLIZEIGEWALT, teils auch schwere Unruhen in den USA und ebenso bilderstürmerische Attacken gegen DENKMÄ-LER und Skulpturen im öffentlichen Raum. In London errichtete Sir Edwin Lutyens 1919 / 1920 einen Kenotaphen zur Erinnerung an die im Krieg Gefallenen. Dort kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Rechtsextremisten, die vorgaben, das Denkmal gegen BLM-Demonstranten schützen zu wollen. In Mailand übergossen Unbekannte das Denkmal für den Schriftsteller und Journalisten Indro Montanelli (1901 – 2001) mit roter Farbe. Montanelli wurde zwar Ende der 1930er Jahre aus dem Partito Nazionale Fascista ausgeschlossen, doch das Denkmal verunstaltete eine linke Studentengruppe, weil Montanelli sich in den 1930er Jahren als Kolonialoffizier in Äthiopien eine Kindsbraut „gekauft“ hatte. Während der Mailänder Bürgermeister die Entfernung des Denkmals weiterhin verweigert, wurde in New York vor dem New Yorker Naturkundemuseum die Statue des früheren US-PRÄSIDENTEN THEODORE ROOSEVELT wegen rassistischer Symbolik entfernt. Das Monument, das Roosevelt zu Pferd neben einem Indianer und einem Schwarzen zu Fuß zeigt, sei schon seit langem ‚umstritten‘ gewesen“, berichtet Deutschlandfunk Kultur. Auch Roosevelts Urenkel Theodore Roosevelt IV habe der Entfernung zugestimmt: „Die Welt braucht keine Statuen, Relikte einer anderen Zeit, die weder die Werte jenes Menschen widerspiegeln, den sie ehren sollen, noch die Werte von Gleichheit und Gerechtigkeit“.

Kulturstaatsministerin MONIKA GRÜT-TERS hatte ein Gutachten zur Evaluation der STIFTUNG PREUSSISCHER KULTUR-BESITZ in Auftrag gegeben. Das Ergbnis ist brisant: wie die „ZEIT“ berichtete, empfiehlt der Wissenschaftsrat die Auflösung der Stiftung mit ihren 2.000 Mitarbeitern. Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehören die Staatlichen Museen Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung. Der Vielzahl dieser Institutionen führe zu einer „strukturellen Überforderung“, sie sei „dysfunktional“. Vulgo: der Apparat funktioniert zu schwerfällig und zu ineffektiv. Als Alternative empfiehlt das Gutachten eine Aufteilung auf vier selbständige Dachorganisationen. Die jetzige Überforderung fasste Rüdiger Schaper im Berliner „Tagesspiegel“ zusammen: „Man kann sich HERMANN PARZINGER als Sisyphos vorstellen. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)… eilt von Baustelle zu Baustelle. Kaum ist ein Loch gestopft, reißt ein neues auf.“ Umstritten ist der Kostenanstieg beim Neubau eines Museums für das 20. Jahrhundert schon vor Baubeginn auf 450 Mill. Euro, am Humboldtforum verzögere sich der Innenausbau, „am Pergamonmuseum nehmen die Arbeiten kein Ende“, und der geplante Abriss der Rieck-Hallen am Museum Hamburger Bahnhof ist ein weiterer kulturpolitischer Problemfall. „Kulturstaatsministerin Grütters als Vertreterin des Hauptgeldgebers Bund sollte, statt bei den von ihr bevorzugten Bauvorhaben die Millionen beidhändig zu verteilen, lieber eine fühlbare Summe für Ausstellungen drauflegen“, hatte daher der Autor Bernhard Schulz bereits im Februar 2020 im „Tagesspiegel“ gefordert.

Die Käuferin des Uecker-Werks „Sandbild auf Büttenpapier“ (1986) hatte gegen einen Kunsthändler geklagt, weil sie die Arbeit inzwischen für eine FÄLSCHUNG hält. Vor dem Landgericht Düsseldorf sollte der Künstler GÜNTHER UECKER daher als Zeuge aussagen, ob dies nun ein Originalwerk aus seiner Hand oder tatsächlich eine Fälschung ist. Der Sohn Ueckers, der das Werk des Vaters verwaltet, hatte bereits erklärt, es handele sich um „keinen echten Uecker“. Vater und Sohn erschienen jedoch nicht zur Gerichtsverhandlung: der Sohn hing wegen des Corona-Lockdowns in England fest und fehlte damit entschuldigt. Weil Günther Uecker der Verhandlung jedoch unentschuldigt fernblieb, verhängte das Gericht gegen ihn ein Ordnungsgeld in Höhe von 750 Euro. Dagegen konnte der Künstler noch Rechtsmittel einlegen, womit das Urteil bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht rechtskräftig ist. Zum nächsten Gerichtstermin erschien dann zwar Günther Uecker, doch diesmal fehlte der beklagte Kunsthändler.

GÜNTHER UECKER, kürzlich 90 Jahre alt geworden, schenkte der Hansestadt Rostock den Werkzyklus „HULDIGUNG AN HAFEZ“. Uecker wurde in Wendorf bei Schwerin geboren und ist seiner mecklenburgischen Herkunftsregion bis heute eng verbunden. Heute lebt er in Düsseldorf. Die Ausstellung der 43 Drucke ist bis zum 16.08.2020 in der KUNSTHALLE ROSTOCK zu sehen, als Teil des „Uecker-Jahres“, mit dem die Museen der Region den Künstler ehren. Die Arbeiten sind dem iranischen Dichter Hafez gewidmet, der um 1315 lebte – Uecker interpretiert die Dichtung über Liebe und Sehnsucht, von Frieden und Trennung, vom Genuss des irdischen Lebens und von Religiosität mit seinen bildnerischen Mitteln. Seit 2016 tourten die Blätter in einer Wanderausstellung durch den Iran mit bislang acht Stationen.

Nächste Runde im jahrzehntelangen Streit um die marmornen Baudekorationen des PARTHENON-TEMPELS: 56 von 96 Platten des Frieses befinden sich heute in London im British Museum. Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni forderte jetzt erneut eine Rückgabe der Teile, die einst den Tempel auf der Athener Akropolis schmückten. Griechenland war Anfang des 19. Jh. Teil des Osmanischen Reiches; 1821 begann ein Unabhängigkeitskrieg gegen die türkische Oberherrschaft. Kurz vorher hatte sich Thomas Bruce, der 7. Earl of Elgin, von Sultan Selim II. eine Genehmigung zur Vermessung der Akropolis geben lassen. Wenn die Briten auch einige Teile mitnehmen wollten, sei dem „nicht zu widersprechen“, ordnete der Sultan an, doch der Earl of Elgin betrachtete dies 1816 schamlos als vermeintliche Legalisierung eines großen Raubzugs in Sachen antiker Kunst. „Insgesamt 17 Figuren aus dem Tympanon, 15 Metopen sowie 75 Meter Fries von insgesamt 160 Metern ließ der Earl entfernen und nach London verschiffen. Dies entspricht mehr als der Hälfte dessen, was heute vom gesamten skulpturalen Schmuck des Parthenon-Tempels noch erhalten ist“, Das BRITISH MUSEUM hat eine Rückgabe stets abgelehnt. In Athen hingegen betrachtet man die Teile als ein „Weltkulturerbe“, das dem Londoner Museum „nicht gehöre“, so Mendoni: mit seiner Haltung demonstriere das British Museum, „dass es ein kolonialistisches Museum bleibt“.

DR. YILMAZ DZIEWIOR bleibt Direktor des MUSEUM LUDWIG Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte an, dem Hauptausschuss des Rates eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Oktober 2032 vorzuschlagen. Dziewior trat die Direktorenstelle am 1. Februar 2015 an. „Er hat in seiner bisherigen Amtszeit die Sammlung des Museums kontinuierlich ausgebaut und mit dieser Arbeit sowie dem Ausstellungsprogramm gezeigt, dass er an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen arbeitet. Er legt einen Fokus auf außereuropäische Kunst und setzt sich in experimentellen Formaten mit der Institution Museum auseinander. Die Vertragsverlängerung würdigt die großartige Arbeit von Yilmaz Dziewior und seinem Team hier am Museum Ludwig“, erklärte auch Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach.

Man möchte es kaum glauben: nicht nur die Eröffnung des Berliner BER soll im Herbst 2020 endlich „in drei Schritten“ erfolgen, sondern auch das HUMBOLDTFORUM „wird bis ENDE 2020 baulich fertig und im Dezember eröffnen“ heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftungsrats: „Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss geht davon aus, dass damit noch in diesem Jahr weite Bereiche im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss dauerhaft geöffnet werden können. Die Museumsshops an der Schlosspassage und neben dem Eosander-Portal werden ebenso wie die Gastronomie am Schlüterhof zum Verweilen einladen. Im ersten OG werden auf allein ca. 5.000 qm Fläche die Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum Berlin / Kulturprojekte Berlin und mit dem Humboldt Labor die Präsentation der Humboldt-Universität zu sehen sein.“

www.humboldtforum.org

Hochschulen

Als Handwerkerschule existiert die KUNST-HOCHSCHULE OFFENBACH bereits seit 1832, doch in ihrer heutigen Form begeht sie in diesem Jahr ihr 50JÄHRI-GES JUBILÄUM: 1970 wurde sie in eine Kunsthochschule des Landes Hessen umgewandelt. Weil kurz zuvor die Hochschule für Gestaltung in Ulm geschlossen wurde, übernahmen die Offenbacher daraufhin deren Namen – eine Bezeichnung, die zuvor das Bauhaus benutzte. Einer der drei Hochschulstandorte ist das Isenburger Schloss. Jüngstes Projekt: Das „307Stud.io-Kollektiv“, mit den HfG-Studierenden Jule Wertheimer, Lea Kulens, Mike Schäfer und Kyung-ho Sun, entwarf in Kooperation mit dem „Journal Frankfurt“ die „Frankfurter Maske“. Mit Materialien aus fairer und regionaler Produktion kreierten sie Atemschutzmasken. Mit Teilen des Verkaufserlöses wird ein Obdachlosenprojekt unterstützt.

Prof. MARTIN KÖTTERING hat im laufenden Semester seine vierte Amtszeit als Präsident der HOCHSCHULE FÜR BIL-DENDE KÜNSTE (HFBK HAMBURG) angetreten. Seine neue Amtszeit endet am 31. Mai 2026. In seine bisherige Präsidentschaft fällt u. a. die „Etablierung eines international anschlussfähigen, konsekutiven Bachelor- und Master-Studiengangs ‚Bildende Künste‘“. Köttering arbeitete als Assistent von Jan Hoet an der documenta 9 in Kassel 1992 mit und übernahm 1995 die Leitung der Städtischen Galerie in Nordhorn sowie des offenen Museums kunstwegen. In Hamburg lehrt er seit 2011 als Professor für Kunstvermittlung im Studienschwerpunkt Theorie und Geschichte.

www.hfbk-hamburg.de

Die STIFTUNG BUCHKUNST hat 25 Publikationen als „Schönste Deutsche Bücher“ ausgezeichnet. Den Förderpreis für junge Buchgestaltung erhielten Zora Asse, Rieke Bogena und Cristina Zickert für ihre Gestaltung von „OFF / ON STAGE, Textproben“. Das Buch ist Resultat eines gemeinsamen Projekt mit der Klasse für Typografie von Ludovic Balland an der HGB LEIPZIG im Institut für Buchkunst. Die Publikation entstand im Rahmen eines viertägigen Workshops an der Bauhausbühne in Dessau und wurde in den Grafischen Werkstätten der HGB Leipzig gedruckt.

Aiko Shimotsuma, Meisterschülerin der Kunsthochschule WEISSENSEE BERLIN, wurde die für ihre skulpturalen Installationen als diesjährige Stipendiatin der Berliner BERNHARD HEILIGER-STIFTUNG ausgewählt. „Aiko Simotsuma geht in ortsspezifischen Installationen dem Wesen des jeweiligen Raums nach, um eine für ihn angemessene Form zu finden. Dabei verwendet die Künstlerin einfache Materialien wie Metall und Glas, Feuer und Wasser.“ Im ehemaligen Atelier Heiligers zeigt sie vom 13. bis zum 31. August 2020 eine Intervention/ortspezifische Installation.

„Sind Spechte die Bildhauer unter den Vögeln?“ Jedenfalls pflegen sie mit erheblichem Kraftaufwand und beeindruckender Ausdauer mit ihrem Schnabel gegen Baumstämme klopfen und zerspanen dabei das Holz, um Futter zu finden oder Nisthöhlen zu zimmern. Daher nennt die Bildhauereiklasse von Prof. Elisabeth Wagner an der MUTHESIUS KUNST-HOCHSCHULE Kiel ihre Ausstellung im Hamburger Ernst Barlach-Haus „Spechte am Meisenknödel“. Bis zum 20. September 2020 zeigen sie hier „neue, teils eigens für diesen Ort geschaffene Arbeiten.“ Dies ist in diesem Jahr bereits die zweite Ausstellung der Hochschule im ERNST BARLACH-HAUS.

Das Designhaus Halle ist das Existenzgründerzentrum der KUNSTHOCHSCHU-LE BURG GIEBICHENSTEIN HALLE. Es residiert in einer Jugendstilvilla und bietet dort u. a. „Karriereberatung für Studierende und Absolventen der Burg Giebichenstein zur Unterstützung beim Start in das Berufsleben“. In diesem Frühjahr feierte das Designhaus sein ZEHNJÄHRIGES BESTEHEN, musste wegen der Corona-Krise aber seinen Tag der Offenen Tür zum Jubiläum absagen. Auch die Ausstellung „Teilchenbeschleuniger“ mit Arbeiten von Alumni der Kunsthochschule in Aschersleben musste „auf ein noch nicht bekanntes Datum verschoben“ werden.

YVETTE MUTUMBA und ADAM SZYMCZYK wurden als Curators-at-large ans Amsterdamer STEDELIJK MUSEUM berufen. Der Status ähnelt jenem eines Gastkurators, allerdings wurde in diesem Falle ein Vertrag für eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit einer Laufzeit von zwei Jahren vereinbart. Museumsdirektor REIN WOLFS strebt eine „Transformation des Museums“ an, durch die es „seine Position in einer neuen und globalen Perspektive reflektieren“ könne. Konkret heißt das, dass sich Wolfs von Mutumba und Szymczyk eine stärkere politische Pointierung des Programms mit Schwerpunkten „zu den Themen Globalisierung, Dekolonisierung und Institutionskritik“ wünscht. Mutumba ist Mit-Herausgeberin des Magazins „Contemporary And“ und Dozentin an der Universität der Künste in Berlin. 2018 gehörte sie zum kuratorischen Team der Berlin Biennale. Szymczyk wurde einem breiteren Publikum als künstlerischer Leiter der Kasseler Documenta 2017 bekannt.

Zum 1. Oktober 2020 richtet die HFBK DRESDEN erstmals den neuen Studiengang „THEATERDESIGN“ ein. „Dieser löst den Fachhochschulstudiengang Theaterausstattung ab. Das Studium bietet künftig mehr Wahlmöglichkeiten für die Studierenden und eröffnet u. a. durch ein neu etabliertes, dreisemestriges „Projektmodul“ einen größeren eigenständigen Gestaltungsspielraum mit unterschiedlichen Möglichkeiten des experimentellen Arbeitens.“ Die neu geschaffene Professur für Maskenbild übernimmt zu Beginn des nächsten Semesters Alexander Gehs, der bisherige Chefmaskenbildner der Bayreuther Festspiele.

 

Biennalen

Thema und Teilnahmeliste der zentralen Ausstellung Traits d’union.s der MANIFES-TA 13 in Marseille stehen fest: Das kuratorische Team mit Katerina Chuchalina, Stefan Kalmár und Alya Sebti, kündigte als zentralen Programmteil ein Narrativ in sechs Plots an: Das Heim, die Zuflucht, das Armenhaus, der Hafen, der Park und die Schule. Diese Plots werden nacheinander vom 28. August bis zum 9. Oktober 2020 eröffnet und danach bis zum 29. November 2020 gleichzeitig zu sehen sein. Als Hafenstadt ist Marseille schon immer als Ort ständiger Ankunft und permanenten Aufbruchs geprägt – um diesen Transit kreisen die Plots, aber auch um Marseille als eine Stadt des Widerstands. „Marseille widersetzt sich jeder linearen Kategorisierung, sie hat keine einzige Identität. Das Konzept von TRAITS D’UNION.S schlägt neue Bündnisse vor und probt neue Formen der Kollektivität. „Wir haben die Manifesta 13 Marseille nie als festen Punkt betrachtet, sondern immer als Bindestrich, oder besser gesagt als verschiedene Bindestriche – eben als traits d’union.s, als Gesteder Zusammenführung.“ Mehr Informationen zum Programm unter:

www.manifesta.org

Nach der coronabedingten Terminverschiebung führt die 11. BERLIN BIENNALE den vierten Teil ihres Konzeptes mit dem Titel „Epilog“ vom 5. September bis zum 1. November 2020 durch. Seit September 2019 entwickelt sich diese Biennale in einem temporär bespielten Raum, im ExRotaprint in Berlin-Wedding. Dort wurden im Vorfeld der Biennale „drei unterschiedliche Momente geschaffen, die mit Präsentationen, Performances, Workshops und Atelieraufenthalten verschiedene Formen von Solidarität, Zerbrechlichkeit und Widerstand behandeln. Diese Themen gewinnen vor dem Hintergrund der Pandemie eine neue Brisanz, da sie die sozialen Ungleichheiten wie in einem Brennglas stärker zeigen.“ Kuratiert wird die 11. Berlin Biennale von MARÍA BERRÍOS, RENATA CERVETTO, LISETTE LAGNADO und AGUSTÍN PÉREZ RUBIO. Die vier Ausstellungsorte für den Epilog sind ExRotaprint, daadgalerie, Gropius Bau und KW Institute for Contemporary Art. U.a. nehmen teil: Pacita Abad, Noor Abuarafeh, Marwa Arsanios, Shuvinai Ashoona, Paula Baeza Pailamilla, Aline Baiana, Virginia Borges, Aylin Turgay und Schüler*innen der Nürtingen-Grundschule und Heinrich-Zille-Grundschule und Gäste: Çiçek Bacık, Azucena Vieites, Castiel Vitorino Brasileiro, Bartolina Xixa und Osías Yanov.

Die Ausstellung SONSBEEK 20 -> 24 in Arnheim musste auf 2021 verschoben werden. Bis dahin bietet das kuratorische Team ein „öffentliches Online-Programm mit Vorträgen, Filmen, Texten, musikalischen und performativen Zwischenspielen“ an. Es stellt einige „Ebenen und Rahmenbedingungen vor“, die das konzeptuelle Denken in der kuratorischen Vorbereitung bis jetzt begleitet haben. Als Auftakt wurde ein erstes Bulletin zusammengestellt, „mit einem einführenden Aufsatz von BONAVENTURE OH BEJENG NDIKUNG, einem Gespräch mit Kodwo Eshun, neu in Auftrag gegebenen Tonaufführungen von Shenece Oretha und Nástio Mosquito, der Einführung einer ‚Home Office Story‘ von Flavia Dzodan, Filmen von Wendelien van Oldenborgh, Hira Nabi und Lawrence Abu Hamdan sowie einem Mixtape über Arbeit, Protest, Freizeit und Leben des Kuratorenteams von Sonsbeek 20 ->24.“

www.sonsbeek20-24.or

Saâdane Afif, französischer Objekt- und Installationskünstler, ist Convener für die Triennale BERGEN ASSEMBLY 2022. Ein Convener hat die Aufgabe, die Versammlung für die Sitzung eines Komitees zusammen zu rufen. Solch eine Versammlung bildet die Basis dieser Triennale, die keine statische Ausstellung bieten will, sondern diese samt Diskussionen, Workshops und Performances als Resultat eines kollektiv angelegten Prozesses versteht. Saâdane Afif nahm an der Kasseler Documenta 2007 teil. „Afifs Arbeiten sind meistens interdisziplinär angelegt und nehmen Elemente aus der Kunstgeschichte und aus Musik und Poesie auf, die über einen längeren Verarbeitungsprozess in Installationen und Objekten umgesetzt werden. Oft spielt die Übertragung eines Werks zwischen verschiedenen Autoren und Medien eine tragende Rolle, wobei das Werk jeweils neue Interpretationen und Ausformungen erfährt.

Messen

„Zuerst verschoben, jetzt abgeblasen: 2020 fällt die ART BASEL aus.“ Mit diesem Satz fasst die schweizerische „Handelszeitung“ die jüngste Entwicklung auf dem Messemarkt zusammen. Die coronabedingte Verschiebung auf den September hat die Basler Messeleitung MCH Group „ersatzlos“ widerrufen. Als Grund nennt die „Badische Zeitung“, ausschlaggebend „seien neben Gesundheitsrisiken und finanzielle Risiken für die Aussteller die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs gewesen.“ Die nächste Art Basel findet erst wieder regulär im Juni 2021 statt. Marc Spiegler, Global Director der Art Basel, kündigte an, bis dahin die „DIGITALEN PLATT-FORMEN für den Kunstmarkt“ weiter entwickeln zu wollen. Als Ersatz für die abgesagte Art Basel Hongkong hatte das Team um Spiegler im Frühjahr solch eine Online-Messe bereits erfolgreich erprobt.

Abgesagt wurden die Oktober-Termine der Londoner Messen FRIEZE ART FAIR und Frieze Masters. Die Veranstalter teilten mit, „aufgrund erheblicher logistischer Herausforderungen im Zusammenhang mit Covid-19, einschließlich Komplikationen im Zusammenhang mit der Reisequarantäne und anhaltenden Einschränkungen“ bliebe „keine andere Wahl, als die physischen Ausgaben der Messen abzusagen“. Stattdessen soll es zum ursprünglich geplanten Termin (08.–11.10.2020) online einen FRIEZE VIEWING ROOM geben. Die Absage ist wohl begründet: wie T-Online meldet, befürchten britische Mediziner ein schlimmes „Corona-Szenario im Winter: Wenn die Grippe dazukommt, könnten 120.000 Menschen sterben“.

Vom 10. bis zum 13. September 2020 präsentiert die PAPER POSITIONS BERLIN ein Programm mit 58 Ständen, die mit zeitgenössischer und moderner Kunst zum Thema Zeichnung und dem Medium Papier bestückt sind. Veranstaltungsort ist der Lichthof der Deutschen Telekom Hauptstadtrepräsentanz. U. a. nehmen die Galerien Alexander Ochs Private Berlin, Biesenbach (Köln), Poll (Berlin), Michael Haas (Berlin), Jarmuschek und Partner (Berlin), Heike Strelow (Frankfurt / Main), Kudlek (Köln), Kuckei + Kuckei (Berlin), Thole Rotermund Kunsthandel (Hamburg) und Renate Bender (München) teil). Somit findet die Messe während der Berlin Art Week und zeitgleich zum Galerienwochenende in Berlin statt. Bereits im Vorfeld hatten die Veranstalter zur Unterstützung des Kunsthandels in der Corona-Krise das Videoformat „A Message from …“ entwickelt, um damit „dem Kunstmarkt und seinen Akteuren in dieser Zeit ein Gesicht“ zu „verleihen“.

Die PARALLEL VIENNA ist für den 22. bis 27. September 2020 angekündigt. Sollte eine Verschiebung notwendig werden, steht ein Ersatztermin im Winter 2020 fest. Der September-Termin ist allerdings für touristische Anreise klimatisch günstiger, zudem versprechen sich Messemacher generell Synergieeffekte bei zeitlich parallel verlaufenden Events, in diesem Falle der VIENNACONTEMPORARY. Austragungsort ist in der Nähe des Stadtparks das alte Gewerbehaus am Rudolf-Sallinger-Platz 1. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in den Jahren 1952 – 1954 vom Architekten Carl Appel erbaut und beherbergte lange Zeit die Büros der Kammer der gewerblichen Wirtschaft.

Das AMO Kulturhaus Magdeburg ist Veranstaltungsort der Messe KUNST / MITTE, nach eigenen Angaben „die größte Kunstmesse Sachsen-Anhalts“. Projektleiter ist Matias Tosi. Vom 10. bis zum 13. September 2020 präsentieren dort mehr als 100 Künstler ihre Arbeiten. Die Räumlichkeiten dort bieten auch gute Voraussetzungen für ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Performances und Musikauftritten. Die Stadt Magdeburg und der örtliche Lions Club unterstützen einen „Young Artists Space YAS“, verbunden mit dem Förderpreises „YAS Award“. Außerdem ist ein „Artists in Residence“-Programm angekündigt. Eine Magdeburger Schulklase kann ihre Workshop-Ergebnisse präsentieren.

Die MIART MILAN wurde wegen der Corona-Krise auf den Herbst verschoben und findet nun vom 11. bis zum 13. September 2020 statt. Sie focussiert ihr Programm auf moderne und zeitgenössische Kunst. Die Messe wird seit 1994 ausgerichtet – in Norditalien steht Mailand als Kunststadt im Wettbewerb mit Turin, Bologna und Venedig, hatte sich aber schon in den 1980er als wichtigster Galerienstandort des Landes etablieren können.

Die LISTE BASEL (14.–20.09.2020) ist mit dem Gründungsdatum 1996 inzwischen eine der etablierten Nebenmessen der Art Basel, skizziert ihr Profil aber nach wie vor als Veranstaltung für die „neuesten Entwicklungen und Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst“ bzw. für „künstlerischen Positionen…, die sich nicht nur mit der Gegenwart beschäftigen, sondern diese herstellen – mit neuen Ästhetiken, Medien und Werten.“ Die PAPER POSITIONS BASEL im Ackermannshof (St. Johanns-Vorstadt 19–21) sowie die PHOTO BASEL im Volkshaus sind beide auf 2021 verschoben.

Die CHART ART FAIR (28.–30. August 2020) präsentiert ausschließlich Arbeiten von Künstlerinnen, und dies in einem neuen dezentralen Format: Normalerweise wird diese Messe mit Galerien aus Skandinavien und Island nämlich nur in Kopenhagen abgehalten, doch in diesem Jahr kommen als Reaktion auf die aktuelle Gesundheitskrise als weitere Standorte Helsinki, Oslo, Reykjavik und Stockholm hinzu. Auf diese Weise teilt sich eine größere Veranstaltung auf mehrere kleinere Messeauftritte auf. Diese Sonderausgabe kombiniert physische Ausstellungen mit Online-Präsentationen. Obwohl z. B. Schweden die Anti-Corona-Maßnahmen weitaus lockerer handhabte als andere EU-Länder, leidet der Kunsthandel in den nordischen Ländern ebenso durch die Krise. Daher versteht sich diese dezentral organisierte CHART Art Fair als wichtiger Schritt zur Neubelebung des nordischen Kunstmarkts.

www.chartartfair.com

Galerien

Das diesjährige Berliner GALLERY WEEK-END wurde coronabedingt auf den Zeitraum 10. bis 13. September 2020 verschoben. Beteiligt sind 48 Galerien. So geht z. B. die Galerie Meyer Riegger mit einer Miriam Cahn-Ausstellung an den Start, Galerist Johann König zeigt Friedrich Kunath und Sarah Morris, und bei Mehdi Chouakry sind Arbeiten von Sylvie Fleurie zu sehen. Auf der Liste finden sich auch prominente Künstlernamen wie Andreas Gursky (bei Sprüth Magers), Thomas Schütte (bei Konrad Fischer), Karin Kneffel (bei Friese) oder Isa Genzken und Olafur Eliasson bei neugerriemschneider. Der Kunsthandel Wolfgang Werner zeigt Gotthard Graubner, und die Galerie Buchmann setzt ihre langjährige Zusammenarbeit mit Bettina Pousttchi fort. Daniel Marzona und Barbara Wien stellen jeweils Nina Canell aus und Tanja Wagner Grit Richter. Der Künstler Jan-Ole Schiemann hat bei Wentrup eine Ausstel lung, und wer Werke von Anna K. E. Thumm einfinden. Auf der Teilnehmerliste stehen außerdem u. a. die Galerien Guido W. Baudach, Buchholz, Capitain Petzel, carlier gebauer, Peres Projects, Kraupa-Tuskany Zeidler, Michael Haas, Klosterfelde Edition, Contempoorary Fine Arts, ChertLüdde, Eigen + Art, Scheibler, Esther Schipper, Thomas Schulte, sowie Barbara Weiss. Das nächste Gallery Weekend Berlin findet dann wieder wie gewohnt im Frühjahr vom 30.04–02.05.2020 statt.

Mit einem Startpreis von 5.150 Euro wurde bei einer Online-Auktion von KETTERER KUNST (München) eine Farblithografie des Expressionisten Otto Mueller aufgerufen; der Hammerschlag erfolgte bei 13.580 Euro. Ein ähnliches Ergebnis erzielte eine Arbeit auf Malkarton von Emil Schumacher, die bei einem Schätzpreis von 7.720 Euro den dreifachen Wert erzielte, nämlich 22.500 Euro: zwei Beispiele für den aktuellen „digitalen Boom“ aufgrund der coronabedingten Verlagerung von Versteigerungen aus dem Auktionssaal ins Internet. „Rund 500.000 Euro Gesamterlös bei unseren ONLINE ONLY-AUKTIONEN allein im Mai zeigen wie wichtig die digitale Auktionsplattform inzwischen ist“, erklärt der Inhaber Robert Ketterer dazu. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann wir die 100.000 Euro-Marke überspringen“, prognostiziert der Auktionator. Für Galerien und Auktionshäuser nehmen Online-Auftritte an Bedeutung zu, denn diese sind vor allem auch kostengünstiger als die Teilnahme an einer physischen Kunstmesse und das Versenden eines gedruckten Auktionskatalogs.

HANS STRELOW gab Ende Juni 2020 seine Düsseldorfer Galerie auf. Diese hatte er 1971 eröffnet und dort nunmehr fast 50 Jahre lang schwerpunktmäßig abstrakte Gegenwartskunst vertreten: Strelow war z. B. der erste, der Willem de Kooning in einer deutschen Galerie ausstellte. Auch Barnett Newman, Frank Stella, Kenneth Noland und andere Maler des abstrakten Expressionismus und des Colorfield Painting gehörten zu seinem Programm, ebenso ZERO-Künstler wie Günther Uecker oder der Bildhauer Norbert Kricke, Imi Knoebel und Günter Förg. Die „Rheinische Post“ berichtete, der 79-jährige Kunsthändler habe sich nun wegen der Belastung der Branche durch die Pandemie und den im Vergleich zum Ausland mehr als doppelt so hohen Mehrwertsteuersatz für Kunsthändler zurück gezogen.

Auch in diesem Jahr findet am ersten Septemberwochenende wieder in Köln und Düsseldorf zum Saisonauftakt das Galerienwochenende D / C OPEN statt – von Freitag, 4.9. bis Sonntag 6.9.2020. Wie Abstandsregeln und andere Hygienemaßnahmen den Rundgang in den beiden Städten prägen werden, ob es wie in den vergangenen Jahren Shuttlebusse gibt, hängt von den behördlichen Auflagen ab, die sich zeitnah immer ändern können. Infos:

www.dc-open.de

Rosemarie Schwarzwälder, Ursula Krinzinger, Susanne Frewein-Kazakbaev, Henrikke Nielsen, Sophie Tappeiner, Rina Grinn, Sonja Dolzer, Hans Knoll, Rudolf Leeb, Robby Greif, Emanuel Layr und Martin Janda bilden den neuen Vorstand des VERBANDES ÖSTERREICHISCHER GALERIEN. Den Vorsitz übernehmen abwechselnd Hans Knoll und Martin Janda. Durch den Zusammenschluss der ARGE Österreichischer Galerien und des Verbands Österreichischer Galerien Moderner Kunst wurde eine Vergrößerung des Vorstands nötig.

HARALD NAEGELI erhält den KUNST-PREIS DER STADT ZÜRICH (50.000 Franken). „Hartnäckig wie wenige sonst hat er mit seinen Interventionen im öffentlichen Raum einen normativen Kunstbegriff wie auch ein vorherrschendes, institutionell ausgerichtetes Kunstverständnis in Frage gestellt“, heißt es zu der Entscheidung. Von den während der Corona-Krise entstandenen Werken an öffentlichen Bauten soll eine Auswahl in den Bestand Eingang finden.“ Das Pikante daran: erst kürzlich hatte das Kunsthaus Zürich wegen der Graffitis an seiner Fassade Strafantrag gegen Naegeli gestellt, diesen aber dann wieder zurückgezogen.

 

Personalien

CHRISTO starb im Alter von 84 Jahren. Bekannt wurde er als „Verpackungskünstler“, obwohl er den Begriff „Verpackung“ für seine Kunst eigentlich nicht mochte. Christo Vladimirov Javacheff wurde 1935 in Bulgarien geboren und verließ das Land 1957 – die Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur führten dazu, dass er künftig seine Projekte immer selbst finanzierte und Sponsoren, aber auch sonst jeglichen Einfluss von außen ablehnte: als Künstler unabhängig zu sein war sein wichtigstes Credo. Seit 1958 war seine Frau JEANNE-CLAUDE, die 2009 starb, auch künstlerisch seine Partnerin – bei der Berliner Reichstagsverhüllung 1995 bestand Christo darauf, dass sie in den Medien immer als Miturheberin genannt wurde. Seine erste Einzelausstellung hatte Christo 1961 in Köln, und in einem Interview betonte er einmal, nicht zuletzt deswegen hätte er ein starkes „Interesse an Deutschland“ und an der Verhüllung des Reichstagsgebäudes. Doch bis die Politiker zustimmten, mussten Christo und Jeanne-Claude 24 Jahre lang beharrliche Überzeugungsarbeit leisten. Seit 1962 verfolgten sie auch den Plan einer Verhüllung des Pariser ARC DE TRIOMPHE. Doch dessen Umsetzung erlebt Christo nun nicht mehr – wegen des Brands von Notre Dame und wegen der Corona-Krise musste das Projekt zweimal verschoben werden, auf September 2021. Eine Ausstellung zu Christo und Jeanne-Claude ist bis zum 14.09.2020 im Palais Populaire in Berlin zu sehen.

GÜNTHER UECKER, kürzlich 90 Jahre alt geworden, schenkte der Hansestadt Rostock den Werkzyklus „HULDIGUNG AN HAFEZ“. Uecker wurde in Wendorf bei Schwerin geboren und ist seiner mecklenburgischen Herkunftsregion bis heute eng verbunden. Heute lebt er in Düsseldorf. Die Ausstellung der 43 Drucke ist bis zum 16.08.2020 in der KUNSTHALLE ROSTOCK zu sehen, als Teil des „Uecker-Jahres“, mit dem die Museen der Region den Künstler ehren. Die Arbeiten sind dem iranischen Dichter Hafez gewidmet, der um 1315 lebte – Uecker interpretiert die Dichtung über Liebe und Sehnsucht, von Frieden und Trennung, vom Genuss des irdischen Lebens und von Religiosität mit seinen bildnerischen Mitteln. Seit 2016 tourten die Blätter in einer Wanderausstellung durch den Iran mit bislang acht Stationen.

DR. YILMAZ DZIEWIOR bleibt Direktor des MUSEUM LUDWIG Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte an, dem Hauptausschuss des Rates eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Oktober 2032 vorzuschlagen. Dziewior trat die Direktorenstelle am 1. Februar 2015 an. „Er hat in seiner bisherigen Amtszeit die Sammlung des Museums kontinuierlich ausgebaut und mit dieser Arbeit sowie dem Ausstellungsprogramm gezeigt, dass er an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen arbeitet. Er legt einen Fokus auf außereuropäische Kunst und setzt sich in experimentellen Formaten mit der Institution Museum auseinander. Die Vertragsverlängerung würdigt die großartige Arbeit von Yilmaz Dziewior und seinem Team hier am Museum Ludwig“, erklärte auch Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach.

YVETTE MUTUMBA und ADAM SZYM-CZYK wurden als Curators-at-large ans Amsterdamer STEDELIJK MUSEUM berufen. Der Status ähnelt jenem eines Gastkurators, allerdings wurde in diesem Falle ein Vertrag für eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit einer Laufzeit von zwei Jahren vereinbart. Museumsdirektor REIN WOLFS strebt eine „Transformation des Museums“ an, durch die es „seine Position in einer neuen und globalen Perspektive reflektieren“ könne. Konkret heißt das, dass sich Wolfs von Mutumba und Szymczyk eine stärkere politische Pointierung des Programms mit Schwerpunkten „zu den Themen Globalisierung, Dekolonisierung und Institutionskritik“ wünscht. Mutumba ist Mit-Herausgeberin des Magazins „Contemporary And“ und Dozentin an der Universität der Künste in Berlin. 2018 gehörte sie zum kuratorischen Team der Berlin Biennale. Szymczyk wurde einem breiteren Publikum als künstlerischer Leiter der Kasseler Documenta 2017 bekannt.

ANNA BLUME, Fotokünstlerin, starb im Alter von 83 Jahren. Das teilte die Berliner Buchmann Galerie mit, die das Werk der Künstlerin vertritt. Bekannt sind vor allem die Polaroid-Sequenzen, großformatige Schwarz-Weiß-Serien und Videos, mit denen Anna und Bernhard Johannes Blume (1937–2011) den kleinbürgerlichen Alltag attackierten, und dies mit geschickt arrangierten oftmals simplen Requisiten wie Hausfrauenperücke, Narrenkappe und spießiger Wohnzimmertapete im Hintergrund, dazu provokante Titel wie „Können Frauen denken?“. Zum Gespräch traf sie Jürgen Raap für Bd. 120, 1992.

KRIST GRUIJTHUIJSEN bleibt bis 2024 Direktor des Berliner KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART. Das beschloss der Vorstand des KUNST-WERKE BER-LIN e.V. einstimmig. Der Kurator und Kunstkritiker Krist Gruijthuijsen ist dort seit 2016 der Leiter und hat „in Zusammenarbeit mit seinem kuratorischen Team… ein vielschichtiges Programm“ entwickelt, bestehend aus wegweisenden Ausstellungen und Projekten mit jungen, oft übersehenen, nicht-westlichen Stimmen wie Hiwa K (2017), Beatriz González (2018 / 2019), Anna Daučíková (2019), Hassan Sharif (2020) und Leonilson (2020 / 2021).“ Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 widmen sich die KW durch die Produktion, Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst zentralen Fragen unserer Gegenwart, indem sie aktuelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse kritisch untersuchen.

DR. FRANZISKA KUNZE wurde als Konservatorin für den Sammlungsbereich Fotografie und Medienkunst in der PINAKO-THEK DER MODERNE berufen. Sie nimmt ihre Tätigkeit zum 1. August 2020 auf und tritt damit die Nachfolge der im November 2019 verstorbenen Sammlungsleiterin Dr. Inka Graeve Ingelmann an. Franziska Kunze war zuletzt stellvertretend als Sammlungsleiterin für Gegenwartskunst im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster tätig. Ihre Dissertation schloss sie 2019 zum Thema „Opake Fotografien. Das Sichtbarmachen fotografischer Materialität als künstlerische Strategie“ ab.

Die Galeristin MARY BOONE wurde nach 13monatiger Haft vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und in Brooklyn in einem Wohnhaus unter Hausarrest gestellt. Die Kunsthändlerin war wegen Steuerhinterziehung zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. In dem Gefängnis war allerdings jüngst unter den Insassen eine „erhebliche Anzahl“ von Virusinfektionen aufgetreten. Da die 68jährige Kunsthändlerin aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehört, dürfte die Verlegung zu ihrem gesundheitlichen Schutz erfolgt sein. Wie lange sie dort bleiben muss, ist derzeit nicht bekannt.

RICHARD LONG feierte seinen 75. Geburtstag. Der britische Land Art-Künstler nahm 1972 und 1982 an der Documenta teil und vertrat 1976 Großbritannien auf der Biennale von Venedig. 1989 wurde er mit dem renommierten Turner Prize ausgezeichnet. 2018 ernannte ihn die Queen zum Knight of Bachelor. Long dokumentiert mit Texten und Fotos Wanderungen, schafft dabei im öffentlichen Raum auch temporäre Installationen aus Steinen oder Holz, die er später wieder entfernt oder die der natürlichen Verwitterung überlassen werden. Aus solchen Gesteinsbrocken inszeniert er ebenso Installationen in Museen und in deren Außenanlagen.

MICHAELA OTT wurde neu in das Präsidium der NEUEN GESELLSCHAFT FÜR BIL-DENDE KUNST (NGBK) in Berlin gewählt. Sie übernimmt die Nachfolge von Kathrin Busch. Michaela Ott ist Professorin für Philosophie, Ästhetik und Kulturwissenschaften an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Im Präsidium arbeitet sie mit Çağla İlk, Kuratorin und Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und dem Kritiker Ingo Arend zusammen. Neu in den Koordinationsausschuss der nGbK wurden die Kuratorinnen EYLEM SENGZER und BIRGIT EFFINGER gewählt.

MONIKA BAER ist aktuelle HANNAH HÖCH-PREISTRÄGERIN. Eine von Marius Babias kuratierte Werkschau mit „Neuen Bildern“ ist bis zum 2. August 2020 im Neuen Berliner Kunstverein n.b.k. zu sehen „In dieser ersten umfassenden Präsentation in einer Berliner Institution gewährt Baer Einblick in ihre aktuellsten Versuchsanordnungen, die im letzten Jahr in LA begonnen wurden … Baers seriell angelegte Werkkomplexe bedienen sich verschiedenartiger malerischer Traditionen und Techniken, von monochromen und gegenständlichen Ansätzen bis hin zum Aufbrechen der Leinwandfläche.“ An NATASCHA SADR HAGHIGHIAN wurde der HANNAH HÖCH ADVANCEMENT AWARD 2020 verliehen. Sie „entwickelt Installationen, Video- und Audioarbeiten sowie performative Interventionen, die die Infrastrukturen und Bedingtheiten unserer Gesellschaftsordnung offenlegen.“

Die erste Preisverleihung an den Künstler Hans-Peter Ibrom nahm der Namenspatron MAX ERNST 1971 noch persönlich vor – aus Anlass seines 80. Geburtstags. Seit einem halben Jahrhundert lobt die Stadt Brühl, die Geburtsstadt von Max Ernst (1891–1976), alljährlich das MAX ERNST-STIPENDIUM zur Förderung junger Kunst aus. Aus diesem Anlass erschien soeben eine Jubiläumspublikation „50 Jahre Max Ernst Stipendium“.

 

Preise

AYŞE ERKMEN, Konzept-Bildhauerin, nahm in der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann den diesjährigen ERNST FRANZ VOGELMANN-PREIS Für Skulptur entgegen. Mit der Verleihung „wird ein ebenso solitäres wie außergewöhnliches künstlerisches Gesamtwerk gewürdigt.“ Unter dem Titel „EINS, ZWEI, DREI“ ist dort bis zum 1. November 2020 eine Ausstellung der Preisträgerin zu sehen. Erkmen arbeitet vorzugsweise im öffentlichen Raum, wodurch die Arbeiten zumeist einen temporären Charakter haben. Daher geht es Ayşe Erkmen auch nicht so sehr um eine „produktorientierte“ Realisierung einer skulpturalen Idee, sondern um minimale Eingriff, die einen einmaligen „Zusammenhang zwischen Kunstwerk, Raum und Betrachter“ herstellen.

Der TURNER-PREIS wird normalerweise nur an renommierte Künstlerpersönlichkeiten vergeben – der Gewinn ist mit 25.000 Pfund dotiert, die anderen Nominierten bekommen jeweils 5.000 Pfund. Wegen der Corona-Krise will die Tate Modern jedoch in diesem Jahr keine etablierten Kunstschaffenden ehren, sondern schüttet stattdessen zehn Stipendien à 10.000 Pfund (ca. 11.200 Euro) aus.

HARALD NAEGELI erhält den KUNST-PREIS DER STADT ZÜRICH (50.000 Franken). „Hartnäckig wie wenige sonst hat er mit seinen Interventionen im öffentlichen Raum einen normativen Kunstbegriff wie auch ein vorherrschendes, institutionell ausgerichtetes Kunstverständnis in Frage gestellt“, heißt es zu der Entscheidung. Von den während der Corona-Krise entstandenen Werken an öffentlichen Bauten soll eine Auswahl in den Bestand Eingang finden.“ Das Pikante daran: erst kürzlich hatte das Kunsthaus Zürich wegen der Graffitis an seiner Fassade Strafantrag gegen Naegeli gestellt, diesen aber dann wieder zurückgezogen.

MARC BAUER, BARBARA BUSER & ERIC HONEGGER und KOYO KOUOH wurde der PRIX MERET OPPENHEIM zugesprochen. Der Geschichtszeichner Marc Bauer „eignet sich die Zeitgeschichte an und behandelt ihre Dramen und Auswüchse, um mit den traditionellen Mitteln des Zeichnens die Ideologie der Macht und die menschlichen Verhaltensweisen zu hinterfragen.“ Die Architekten Barbara Buser & Eric Honegger „befassen sich seit mehr als 20 Jahren mit der Wiederverwendung von Architekturelementen und mit Umbau, Wiederaneignung und Sanierung von Gebäuden“. Die Kuratorin Koyo Kouoh beschäftigt sich mit der „Neudefinierung der zeitgenössischen afrikanischen Persönlichkeit.“ Dabei geht es u. a. um eine „Reflexion über die Form der Institutionen in afrikanischen Schwellenländern, in denen das Kulturschaffen Gegenstand von Spannungen zwischen privaten Initiativen und Regierungsverhältnissen war, und wo Kontexte, Ästhetik und Wissensaneignung oftmals nicht den westlichen Paradigmen entsprechen.“

JULIA WEISSENBERG und SOPHIA BAUER wurden für das MEDIENKUNST-STIPENDIUM DES LANDES NRW in den Jahren 2020 und 2021 ausgewählt. Sie setzten sich gegen 60 andere Bewerbungen durch. Julia Weißenberg erforscht „Geschichten von Rohstoffen, die wir in Form von Kleidung oder technischem Gerät tagtäglich am Körper tragen und die, in ihrer Reinform betrachtet, globale Abhängigkeitsverhältnisse und Handelswege offenbaren. Es sind die Erzählungen von Marken und Produkten, die sich als unsichtbare Schichten über unsere Wahrnehmung und unsere Körper legen.“

MONIKA BAER ist aktuelle HANNAH HÖCH-PREISTRÄGERIN. Eine von Marius Babias kuratierte Werkschau mit „Neuen Bildern“ ist bis zum 2. August 2020 im Neuen Berliner Kunstverein n.b.k. zu sehen „In dieser ersten umfassenden Präsentation in einer Berliner Institution gewährt Baer Einblick in ihre aktuellsten Versuchsanordnungen, die im letzten Jahr in LA begonnen wurden … Baers seriell angelegte Werkkomplexe bedienen sich verschiedenartiger malerischer Traditionen und Techniken, von monochromen und gegenständlichen Ansätzen bis hin zum Aufbrechen der Leinwandfläche.“ An NATASCHA SADR HAGHIGHIAN wurde der HANNAH HÖCH ADVANCEMENT AWARD 2020 verliehen. Sie „entwickelt Installationen, Video- und Audioarbeiten sowie performative Interventionen, die die Infrastrukturen und Bedingtheiten unserer Gesellschaftsordnung offenlegen.“

Die erste Preisverleihung an den Künstler Hans-Peter Ibrom nahm der Namenspatron MAX ERNST 1971 noch persönlich vor – aus Anlass seines 80. Geburtstags. Seit einem halben Jahrhundert lobt die Stadt Brühl, die Geburtsstadt von Max Ernst (1891–1976), alljährlich das MAX ERNST-STIPENDIUM zur Förderung junger Kunst aus. Aus diesem Anlass erschien soeben eine Jubiläumspublikation „50 Jahre Max Ernst Stipendium“.

 

Ausschreibungen

Die BERLINER NGBK schreibt ihr Jahresstipendium 2021 als Vermittlungsstipendium aus. „Gesucht werden Personen, die im Bereich der Kunst- und Kulturvermittlung sowie in der Bildungsarbeit tätig sind und die experimentelle und prozesshafte Verfahren und Formate der künstlerischen Vermittlung umsetzen möchten. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen, als auch Teams von maximal zwei Personen … Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Stipendiums werden in einer abschließenden Dokumentation vorgestellt, deren Umsetzung z. B. filmische, textuelle, publizistische Medienformate oder Veranstaltungen umfassen kann∞“ Der finanzielle Rahmen umfasst ein monatliches Stipendium über Euro 1.200 Euro (steuerfrei) für einen Zeitraum von 12 Monaten ab 1. Januar 2021 (keine Vollzeitstelle) sowie ein Jahresbudget für Materialkosten, Dokumentation etc. von bis zu 3.000 Euro (brutto). Deadline ist der 14. August 2020. Infos und Kontakt:

www.ngbk.de

Das MOMUS – METROPOLITAN ORGA-NISATION OF MUSEUMS OF VISUAL ARTS OF THESSALONIKI hat die Direktorenstelle für Fotografie neu zu besetzen. Voraussetzung sind ein Hochschulabschluss (MA) in Kunstgeschichte oder Geschichte und Theorie der Fotografie, Ästhetik oder Kulturgeschichte sowie der Nachweis von mindestens fünf Jahren Berufserfahrung. Bewerbungen sind bis zum 24. August 2020 möglich. Infos und Kontakt:

www.momus.gr

Der Wettbewerb um die EUROPÄISCHEN KULTURMARKEN-AWARDS wird bis zum 31. August 2020 in acht Kategorien abgehalten. Der Wettbewerb für innovatives Kulturmanagement, trendsetzendes Kulturmarketing und nachhaltige Kulturförderung zeichnet zukunftsweisende Kulturprojekte aus. Erstmalig verleiht die 40 köpfige Jury aus Wirtschaft, Kultur und Medien unter dem neugewählten Jurypräsidenten Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld darüber hinaus den „Europäischen Preis für Nachhaltigkeit im Kulturmarkt”. Als Auszeichnung wird in allen Kategorien am 26. November 2020 die Preisskulptur „Aurica®“ vergeben.

www.kulturmarken.de

Corona-bedingt wurde der Einsendeschluss des diesjährigen ARTHEON. KUNSTPREISES auf den 1. September 2020 verschoben. Mit dem Preis werden temporäre Projekte im Kirchen oder dauerhafte Neugestaltung von Kirchen ausgezeichnet. Das jeweilige Projekt muss „ausfinanziert“ sein. Die Auszeichnung erhalten Auftraggeber / Träger und künstlerisch Beteiligte gemeinsam. Der Hauptpreis ist mit 3.000 Euro dotiert. Infos unter:

info@artheon.de

ARBEITSSTIPENDIEN ZUR FÖRDE-RUNG KÜNSTLERISCHER ENTWICK-LUNG können bei der Stiftung Kunstfonds bis zum 31. Oktober 2020 beantragt werden. Antragsberechtigt sind im Bereich der bildenden Kunst Tätige mit dauerhaftem Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland oder Mitglieder der VG Bildkunst BG I. Das Stipendium umfasst 18.550 Euro pro Jahr.Antragsformulare und Infos unter

www.kunstfonds.de

Das Projektbüro FRAUEN IN KULTUR & MEDIEN beim DEUTSCHEN KULTURRAT schreibt ein Mentoring-Programm für Frauen in Führungspositionen aus. Es richtet sich „an hochqualifizierte Frauen, die eine Führungsposition im Kultur- und Medienbereich anstreben und auf mindestens zehn Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.“ Insgesamt stehen 29 Mentorinnen und Mentoren aus den Bereichen Literatur, Film, Oper, Design, Kommunikation, Theater, Musik, Tanz, Bildende Kunst, Games, Museum, Stiftungen, Kulturpolitik und -management sowie der Kulturverwaltung zur Verfügung. Projektstart ist im Dezember 2020; das Programm läuft über jeweils sechs Monate. Bewerbungsschluss ist der 27. August 2020. Infos und Kontakt:

www.kulturrat.de