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Titel: Entzauberte Globalisierung · von Heinz-Norbert Jocks · S. 50 - 59
Titel: Entzauberte Globalisierung ,

Vom Nutzen und Nachteil der Globalisierung für die Kunst

Eine Einführung von Heinz-Norbert Jocks

Einmal mehr hat sich die allgemeine Stimmungslage gegenüber der Globalisierung verwandelt. Erst durch das weltweite Wiedererstarken engstirniger Nationalismen, die nicht nur eine Bedrohung für das vereinte Europa, sondern zugleich auch für den Weltfrieden darstellen. Deren ewig gestrige Parolen auskotzenden Ideologen schüren nicht nur Hass und diffuse Angst vor den in ihrer Verzweiflung vor Krieg und Verfolgung Flüchtenden. Dabei getrieben von einem nationalistischen Größenwahn, ohne auch nur im Traum daran zu denken, was für Vorteile eine heterogene Globalisierung der Menschheit uns bereits gebracht hat. Nicht rein kapitalistischen Gesetzen unterworfen, setzt diese idealerweise auf Gleichheit und nicht auf Hierarchisierung sämt licher Kulturen. Mit ihrer Fixierung auf eine nationale Identität, die eine Totaleliminierung anderer Kulturen und Künste einschließt, treiben diese Herren des kleinkarierten Populismus einen Keil zwischen der fremden und der eigenen Kultur, die sie für die wertvollere und zu schützende halten. Dabei hat es nie eine reine, das heißt hermetische Kultur gegeben, die sich, abgeschottet von anderen entstanden, ihrer unabänderlichen Identität gewiss sein kann.

So, wie Denken Überschreiten heißt, lebt die Kunst, will sie lebendig bleiben, davon, dass sie sich immer wieder selbst transzendiert, dabei von dem fließenden Übergang zwischen diversen Kulturen profitierend.

Selbst die Belles Cuisines, die wir als deutsche, französische oder japanische als Bereicherung so wohlschätzen, sind globale Mischformen. Im Grunde genommen Hybride, bestehend aus überseeischen Gewürzen, Lebens- und Genussmitteln wie Zucker, Kaffee, Tabak, Reis oder Kakao. Diese einst von Kolonialwarenhändlern importierten Waren wurden in sogenannten „Kolonialwarenläden“ angeboten. Ein bis…

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von Heinz-Norbert Jocks

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