Essay · von Anika Meier · S. 168
Essay ,

Post-Digital Pop: Instagram durchgespielt

von Anika Meier

Die Malerei ist zurück. Natürlich war sie nie wirklich weg. Sie wurde nur kurz aus dem Raum geschoben wie ein guter Freund, den man zu oft gesehen hat. Neue Freunde mussten her, aufregendere Freunde. Und natürlich sind auch irgendwann die neuen Freunde irgendwie nicht mehr ganz so aufregend. Die Malerei ist also zurück. „Jetzt!“ Das verkünden gleich drei Museen gemeinsam im Titel der Ausstellung über, so der Untertitel, „Junge Malerei in Deutschland“. Es geht um die unmittelbare Gegenwart und es scheint dringlich zu sein. Das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden und die Kunstsammlungen Dresden zeigen 50 KünstlerInnen mit drei bis fünf Werken, nächstes Jahr ist die Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen. „Jetzt aber!“ titelt das Magazin „Monopol“ und schließt sich dem Befund der Museen an: „Das Medium Malerei ist vital wie lange nicht.“1

Im Report über Junge Malerei befragt Silke Hohmann eine deutsche Tradition, während man sich selbst fragt, warum eigentlich diese Nabelschau? Die Antwort auf die Frage nach dem Grund für die nationale Begrenzung gibt Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseum Bonn, im Text: „Wir brauchen einen Beschreibungsrahmen.“ Nicht die Herkunft, sondern die Akademien in Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und Hamburg als Produktionsorte bilden den Rahmen. Im Kontext einer Ausstellung ist diese Argumentation plausibel. Genauso plausibel ist es, im digitalen Zeitalter den Blick zu weiten und Ländergrenzen zu ignorieren, weil fast alles nur einen Klick entfernt ist.

Im sozialen Netzwerk Instagram lässt sich seit einiger Zeit beobachten, dass dem guten alten Freund die Tür wieder aufgemacht…

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