Ausstellungen: Kassel · von Dirk Schwarze · S. 392
Ausstellungen: Kassel , 2001

Dirk Schwarze

Richard Hamilton

»Vier Räume«

Kunsthalle Fridericianum, Kassel, 16.12.2000 – 4.3.2001

Zu den Höhepunkten der von Catherine David organisierten documenta X (1997) gehörte die Rekonstruktion von Richard Hamiltons 1995 in der Anthony d’Offey Gallery gezeigten Arbeit „Seven Rooms“. Hamilton reflektierte in dieser Arbeit auf vielfältige Weise das Verhältnis von Bild und Raum sowie von Fotografie und Malerei. Die ausgestellten Bilder erschienen wie Projektionen des Raumes, in dem sie gezeigt werden. Erweitert wurden die „Seven Rooms“ durch den „Typosophic Pavillon“, den Hamilton mit Ecke Bonk gemeinsam entwickelt hatte und durch den in die Reflexion der Bilder noch die Auseinandersetzung mit Schrift und Sprache einbezogen wurde. Hamilton erhielt für die Installation den Arnold-Bode-Preis. Diese Auszeichnung wiederum war Anlass für die Kunsthalle Fridericianum, zum 100. Geburtstag Bodes Hamilton eine Ausstellung mit Arbeiten anzubieten, die an die „Seven Rooms“ anknüpfen.

Obwohl die Ausstellung nicht groß dimensioniert war, gelang es Hamilton, mit seinen „Vier Räumen“ eine kleine Retrospektive zu präsentieren, die eine Bilanz aus vierzig Jahren zog. Der documenta-Beitrag von 1997 erschien dabei wie der ästhetische Extrakt einer lebenslangen Auseinandersetzung mit der wechselseitigen Durchdringung von Bild und Raum. Richard Hamiltons ästhetische Position war eben 1956 genau so radikal wie im Jahre 2000. Dabei hatte sein 1956 für die Whitechapel Art Gallery konzipierter Raum „This is Tomorrow“, der jetzt rekonstruiert wurde, im Zeichen der sich damals etablierenden Pop-art noch etwas Kirmesbudenhaftes: Die Besucher bewegten sich zwischen zwei auftürmenden Wänden, die mit plakativen Bildern aus der Werbe-, Film- und Fantasiewelt lockten. Auf der Rückseite der einen Wand gerieten sie in ein…

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