vorheriger
Artikel
nächster
Artikel
Titel: Das Schöne - Plädoyer für ein eigensinniges Phänomen - 3 Gegenwart des Schönen · von Julia Allerstorfer · S. 128 - 135
Titel: Das Schöne - Plädoyer für ein eigensinniges Phänomen - 3 Gegenwart des Schönen ,
Titel: Das Schöne - Plädoyer für ein eigensinniges Phänomen - 3 Gegenwart des Schönen

Schönheit in der globalen Gegenwartskunst?

Dekonstruktionen einer ästhetischen Kategorie aus weiblicher Perspektive
von Julia Allerstorfer

Ist Schönheit eine globale oder globalisierte ästhetische Kategorie? Sind die Empfindungen, Wahrnehmungen und Bestimmungen von „Schönem“ in allen Regionen dieser Welt vergleichbar? Gibt es so etwas wie eine global gültige Definition von Schönheit?

Verortet man den diffusen Begriff im weitläufigen und gleichsam unübersichtlichen Feld der globalen Gegenwartskunst, lassen sich eine Reihe weiterer Fragestellungen formulieren. Ist das postulierte „Kunstschöne“ ein transnationales Phänomen und eine in globalen Kontexten gängige Bezeichnung, wenn es um bestimmte gestalterische Mittel oder auch um die auratische Wirkkraft von Kunstwerken geht? Lassen sich kulturübergreifende kunsttheoretische und wahrnehmungspsychologische Kriterien feststellen, die Schönheit als einen universalen Begriff für Interpretationen, Klassifikationen oder Geschmacks- und Werturteile rechtfertigen? Warum steht die Relevanz von Bewertungskategorien wie „schön“ oder „unschön / hässlich“ bzw. „gut“ oder „schlecht“ überhaupt zur Diskussion, wenn es sich dabei um subjektiv geprägte und daher wissenschaftlich nur schwer evaluierbare menschliche Empfindungen handelt? Und letztendlich: Ist das Empfinden von Schönheit tatsächlich etwas, das – im Sinne der Kantischen Lehre des „interesselosen Wohlgefallens“ – nationale und kulturelle Grenzen überschreitet und von Menschen des globalen Südens und Nordens gleichermaßen geteilt wird?

Es ist bei weitem einfacher, diesen Fragenkatalog fortzuführen, als nach nur halbwegs zufriedenstellenden Antworten zu suchen. Was sich bereits zu Beginn meines Beitrags herauskristallisiert, ist ein gewisses Unbehagen gegenüber dem Begriff „schön“. In meiner bisherigen kunsthistorischen Arbeit fand ich für diesen einfach keine Verwendung. Gerade in der zuletzt formulierten Fragestellung manifestiert sich eine Problematik, die ein Agieren mit einem spezifischen und kulturell kodierten,…

Weiterlesen?

Der Artikel ist aus dem aktuellen Band und somit nur für Abonnent*innen zugänglich. Erstellen Sie Ihren Zugang und lesen Sie sofort weiter:

Probelesen

  • 1 Ausgabe bequem nach Hause geliefert + E-Paper inklusive
  • 30 Tage Digitalzugang: Alle seit 1973 erschienenen Ausgaben, Texte, Bilder, Personen, Institutionen, Ausstellungen...
  • Ersparnis über 30%

19,90 €

von Julia Allerstorfer

Weitere Artikel dieses/r Autors*in