Band 260
Graffiti NOW
Ästhetik des Illegalen
Man sieht es überall und versteht es doch nicht so richtig. Eine anonyme Parallelwelt im Verborgenen, nicht demokratisch, aber oft ein Zeichen für ein demokratisches Land: Graffiti – die vandalischen ...
Man sieht es überall und versteht es doch nicht so richtig. Eine anonyme Parallelwelt im Verborgenen, nicht demokratisch, aber oft ein Zeichen für ein demokratisches Land: Graffiti – die vandalischen Bilder auf Zügen und Wänden. Als Krisenphänomen einer Jugendgeneration geboren, als Abenteuerspiel verbreitet und als Kunstgattung entpuppt: Die Graffiti-Bewegung bleibt eine nichtinstitutiona lisierte Brutstätte für künstlerische Entwicklungen und Inspirationen des ästhetischen Ungehorsams. Dieser Themenband wirft einen Blick auf ihre innovativen Positionen und Akteure heute: In der abgeschotteten, obsessiven Eigensinnigkeit der Produktion um Produktionswillen lassen sich künstlerische Werke finden, deren vandalischer Moment auch in der Störung einer konformen Massenästhetik liegt. Es wird Zeit, dass sich die Kunstwelt intensiver mit den Bildern und Performances dieser Parallelwelt beschäftigt. Graffiti ist nicht nur ein Genre der bildenden Kunst und Inspiration für institutionalisierte Künstler, sondern auch eine kultursoziologische Praxis zur dramaturgischen Stadtbespielung. Die freiere Graffiti- Malerei verkörpert die zeitgenössische Antwort auf die ‚L’art pour l’art‘-Autonomie. Fest steht: Die Ästhetik des Ungehorsams gehört zu einer gesunden Gesellschaft und Kulturwelt dazu.

Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Editorial: Graffiti NOW
Ästhetik des Illegalen

Graffiti. Ein diffuser Nebel in der Kunstwelt
Ansätze für einen differenzierten Umgang mit dem Autonomen

Werke im Verbotenen
Positionen der freieren Graffiti-Malerei

Henry Chalfant
Wie ein Hirschjäger im Wald

Wie alles anfing
Peter Kreuzer und das Münchner Graffiti der frühen Jahre

RAP Ich dachte immer, es wäre Teil eines Gesamtwerkes
Metros, Diebstahl und Vandalismus in den 90er Jahren in Paris

Martha Cooper
Ich sehe Graffiti als Spiel!

MOSES & TAPS ™
Im Graffiti gilt eine andere Währung als in der Kunst

1UP
Aktionen zwischen Berliner Dachkanten und Style-Fragen

Die Gesetze müssen sich ändern!
Ein Interview von Larissa Kikol mit Rechtsanwalt Dr. Patrick Gau

In der Falle von Stadtmarketing und Urban Art
Über die Probleme von Graffiti als Kunst im öffentlichen, urbanen Raum

Vom Wert des Ungehorsams
Oder: wild, verboten, antiautoritär – Topseller für den Markt und Vitamindrink für die Gesellschaft.






































