Gespräche mit Künstlern · von Sabine B. Vogel · S. 216
Gespräche mit Künstlern ,

Jörn Stoya

Farbe als Widerstand

Ein Gespräch von Sabine B. Vogel

In gewissen Zeitabständen muss jedes Museum Ausstellungen aus der eigenen Sammlung präsentieren. Für den Sommer 2019 lud das Museum Morsbroich (Leverkusen) dafür Jörn Stoya ein. Stoya studierte Anfang der 1980er Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse von Gotthard Graubner und blieb seither konsequent bei der Malerei. Parallel zu den wechselnden Kunst-Moden verhandelte er malerische Themen, Fragen nach Monochromie, Transparenz oder auch Materialität. Zeitgleich ist Stoya auch Musiker, gründete 1984 zusammen mit Thomas Schwebel „Trashmuseum“ und 2001 zusammen mit Kurt Dahlke „Bombay 1“. „Die Musik hat mich aufgeschlossen für Erfahrungen, die ich in der Malerei nicht machen würde, die aber sehr wichtig sind“, erklärte er. Es sind nicht-begriffliche Bezüge zur Welt, die über Rhythmen und Farben stattfinden. Es sind Momente, die nicht Stabilität versprechen, sondern einen Ort für Vertrautes und Zweifel öffnen.

Anfang der 2010er Jahre begann Stoya, Kohle auf Leinwand zu reiben und mit dem Staubsauger wieder zu entfernen. Der Serie der dunklen Bilder folgte eine silberne, irisierende Serie. Seit wenigen Jahren stehen jetzt starke Farben im Zentrum seiner Malerei – die er auch zum Thema der Museumsausstellung in Leverkusen machte. Zusammen mit den Kuratoren des Hauses suchte Stoya Werke aus verschiedenen Epochen aus, kombinierte sie mit seinen Bildern und wählte den prägnanten Titel Alles Farbe. Die beiden Worte sind dabei weit mehr als nur ein Titel. Es ist Programm. Denn ergänzt man den Titel nur um ein einziges Wort, wird es zum Bekenntnis: „Alles ist Farbe“, erklärte er….

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