Gespräche mit Künstlern · von Noemi Smolik · S. 188
Gespräche mit Künstlern ,

Ulrike Rosenbach

Kunst ist ein krimineller Akt

Ein Gespräch von Noemi Smolik

Ulrike Rosenbach begann 1970 als eine der überhaupt ersten mit dem Medium Video zu arbeiten. Angeregt durch die aus den USA kommende feministische Bewegung ging sie der Rolle der Frau in der Kunst nach. Ihr Selbstporträt als Elvis mit einer Pistole in der Hand von 1972 gehört heute zu den Ikonen der feministischen Kunst. Im selben Jahr lud sie Lucy Lippard zu der heute legendären, da überhaupt ersten Frauenausstellung A Thousand Miles Away From Here ein. Mit ihrem Interesse für den Buddhismus und die Kulturen der australischen Aborigines war sie neben ihrer feministischen Kunst auch eine Vorläuferin einer heute selbstverständlichen Einbeziehung unterschiedlicher kultureller Äußerungen in die zeitgenössische Kunst. Heute ist sie für viele wieder feministisch orientierte junge Künstlerinnen ein Vorbild.

Noemi Smolik: Wie bis du zur Kunst gekommen?

Ulrike Rosenbach: Oh, ich war das begabte Kind, das von meinen Lehrern sehr gefördert wurde. Das ermöglichte mir, sich an der Akademie in Düsseldorf zu bewerben, bevor ich überhaupt das Abitur fertig hatte.

Später wurdest du eine der ersten Meisterschülerin bei Joseph Beuys. Ich habe mir gerade den Film über Joseph Beuys von Andreas Veiel angesehen. Da tauchen bei den Podiumsdiskussionen und auch sonst nur Männer auf. Wie hast du dich als Frau in dieser Umgebung gefühlt?

Wir waren mit Katharina Sieverding und Chris Reinecke die ersten Frauen, die in die Beuys Klasse aufgenommen wurden. Chris war Ehefrau von Jörg Immendorf und Katharina von Imi Knoebel. Ich war mit einem Studenten verheiratet….

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