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Ralph Rugoff: Das Spiel vom offenen Denken

Ein Gespräch mit dem Kurator der 58. Biennale di Venezia

von Heinz-Norbert Jocks

Ralph Rugoff, 1956 als Sohn eines Psychoanalytikers geboren, studierte Semiotik an der Brown University in Providence, der Hauptstadt des Bundesstaates Rhode Island. Er war fast sechs Jahre lang Direktor des Wattis Institute for Contemporary Arts in San Francisco, bevor er 2006 Direktor der Londoner Hayward Gallery wurde. Vor einem Jahr wurde er zum künstlerischen Leiter der 58. Biennale in Venedig ernannt. Dies ist nicht seine erste Biennale. Vor vier Jahren bei der Vorstellung seines Konzepts für die Lyoner Biennale mit dem Titel La vie moderne sagte der Zeitgeistorientierte, eine Biennale fungiere „als eine Art Uhr und Zeitmessung“. Gegenüber dem Guardian äußerte er 2015: „Eine Menge Arbeit in den historischen Museen ist tot. Es gibt zu viel wissenschaftliche Arbeit, welche für unsere Kultur wenig Bedeutung hat. Es ist, als würde man die Überreste eines zerfallenden Körpers auf Wände nageln.“ Daraus zieht er für die Biennale die Konsequenz, keine toten Künstler zu zeigen. Mindestens ein Drittel der 79 Auserwählten wurde in den 1980ern und ein Künstler, Augustas Serapinas in den 1990ern geboren. Dadurch wurden bereits die ersten Weichen gestellt. Denn viele Künstler greifen schon wegen ihres Alters Themen auf, die erst kürzlich Eingang in den Diskurs gefunden haben.

Seit langem hat Rugoff sich dem Trend angeschlossen, Kunsterlebnisse zu kreieren. In der Hayward Gallery präsentierte er die Helter-Slides von Carsten Höller, einen mit Ballons besetzten Raum mit freundlicher Genehmigung von Martin Creed sowie die Gruppenausstellung Space Shifters,…

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