Titel · von Heinz-Norbert Jocks · S. 218
Titel ,

58. Biennale Venedig: Gespräche

Sun Yuan & Peng Yu

Die Fantasie der Freiheit

Sun Yuan, 1972 in Beijing, und Peng Yu, 1974 in Heilongjiang geboren, arbeiten als Konzeptkünstler seit Ende der 90er Jahre in Peking zusammen. Ihren Werken eilt der Ruf voraus, konfrontativ zu sein. Ihr Video Dogs That Cannot Touch Each Other löste 2018 in New York so heftige Proteste aus, dass das Guggenheim das Werk wegen „Gewaltdrohungen“ entfernte.

Heinz-Norbert Jocks: Bei beiden Arbeiten, hier in Venedig, handelt es sich um frühere.

Peng Yu: Ja, Can’t Help Myself wurde bereits im Guggenheim gezeigt. Die zweite ist Dear. Eine Arbeit, die wir modifiziert haben. Beide, nur schwer beschreibbar, muss man in situ erfahren. Can’t Help Myself besteht aus einem Roboter, der unentwegt, eine sich in alle Richtungen ausbreitende Flüssigkeit zu sich hin schaufelnd, versucht, diese in seinem Umkreis zu halten. Tatsächlich wird der Roboter durch die Flüssigkeit kontrolliert, die so unkontrollierbar ist, dass der Roboter ununterbrochen im Einsatz ist. Es geht also um Kontrolle und Kontrollverlust. Die andere Arbeit besteht aus einer marmornen Nachempfindung des Stuhls Abraham Lincolns, jedoch ohne die Figur des Präsidenten. Darauf liegt ein Schlauch, der sich plötzlich unkontrolliert in Bewegung versetzt.

Wie kam es zu der Arbeit Dear?

Sun Yuan: 2009 konzipierten wir die bis dahin dreimal ausgestellte Arbeit Freedom. Sie sollte ein viertes Mal in der Hayward Gallery gezeigt werden. Dazu kam es nicht. Die Installation ist sehr aufwändig, weil sie einen Tank mit 17 Tonnen Wasser benötigt. Aus der Idee, eine vereinfachte Version zu machen, wurde…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Heinz-Norbert Jocks

Weitere Artikel dieses/r Autors*in