Titel · von Susanne Boecker · S. 278
Titel ,

Ungarn

Tamás Waliczky

Fotocamere Immaginarie / Imaginary Cameras
Kommissarin: Julia Fabényi, Museum Ludwig, Budapest
Kuratorin: Zsuzsanna Szegedy-Maszák
Ort: Giardini

Die meisten Kameras sind heute flach, haben Hosentaschenformat und dienen auch als Telefon, Terminkalender, Adressbuch, Wecker, Fitnesstrainer, Diktaphon, Musiksammlung, Videokamera, Navigationsgerät und, und, und. Oder ist es umgekehrt? Ist die Kamera nur eine der vielen Funktionen unserer Smartphones? Wie dem auch sei: Kamera und Smartphone gehören inzwischen untrennbar zusammen und werden auch so genutzt. Schnell geschossene und direkt verschickte Bilder verdrängen zunehmend andere Formen der Mitteilung und Kommunikation. Man blickt, klickt und schickt. Immer und überall.

Seit der Erfindung der Fotografie wurden viele neue Techniken und Apparate entwickelt. Dabei wurden die Geräte immer kleiner. Von der Plattenkamera über die Kleinbildkamera und die Pocketkamera bis zur Smartphone-Kamera haben sich die fotografischen Apparaturen fast ins Nichts aufgelöst. Weil man sie immer dabeihaben kann und digitale Fotos nichts kosten, benutzen wir diese Dinger pausenlos. Die dabei produzierte Masse digitaler Bilder verdrängt sukzessive unseren direkten Blick auf die reale Welt und manipuliert unsere Art zu sehen.

Diesem Trend widersetzt sich der ungarische Medienkünstler Tamás Waliczky (geb. 1959) mit einer Serie Imaginärer Kameras und anderer optischer Geräte. Seit 2016 hat der Künstler mithilfe digitaler Software über zwanzig Modelle entworfen, von denen jedes in seiner Gestalt und Funktion einzigartig ist. Viele beziehen sich auf historische Apparate, alle arbeiten mit analoger Technik. Da gibt es eine „Panoramakamera“, mit der man Rundbilder aufnehmen kann, eine mit drei Linsen ausgestattete „Multi Exposure Kamera“, die eine genaue Einstellung der Bildgründe erlaubt, oder eine kreisrunde, mit einer Vielzahl…

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