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58. Biennale Venedig: Gespräche

George Condo

Die unsichtbaren Mächte

George Condo, 1957 in Concord, New Hampshire geboren, ist als Maler der postmodernen Kunst zuzurechnen. Er lebt seit den 1980ern in New York, wo er mit Jean-Michel Basquiat und Keith Haring befreundet war.

Heinz-Norbert Jocks: Mit welchen Arbeiten bist du in Venedig?

George Condo: Mit drei Gemälden, von denen eines Double Elvis heißt. Wir alle kennen das gleichnamige Gemälde von Andy Warhol in Silber und Weiß. Meines zeigt etwas Vergleichbares wie auf Bildern von Brueghel: Obdachlose Bettler, die wie gute alte Freunde mit Flaschen anlässlich eines Wiedersehens anstoßen. Gemalt habe ich das drei mal vier Meter große Werk mit schwarzer Farbe auf Silberhintergrund. Ich nenne es so, weil es so ein Gefühl von Straße vermittelt und eine Straßengesellschaft glorifiziert. Ein weiteres Gemälde namens Facebook handelt von der Paranoia gegenüber dem, was hinter dem Screen im Internet abläuft, ohne dass die User darüber etwas wissen. Es ist mein imaginäres Bild über die Probleme mit den sozialen Medien. Daneben gibt es noch ein drittes mit einer relativ abstrakten weiblichen Figur. Für diese benutze ich nur die weiße Leinwand, keine Hautfarbtöne auf einem dicht schwarzen Hintergrund. Es erinnert ein bisschen an Robert Ryman, aber in schwarzer, statt in weißer Farbe.

Warum greifst du diese Themen auf?

Ich selbst nutze keine sozialen Medien wie Facebook. Sie sind potentiell eine gefährliche Waffe, zudem eine manipulative Kraft in der heutigen Welt der Kommunikation. In den Nachrichten in Amerika wird viel über die Unterwanderung durch sogenannte Bots, Trolls und durch…

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von Heinz-Norbert Jocks

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