Titel ,

Japan

Motoyuki Shitamichi, Taro Yasuno, Toshiaki Ishikura, Fuminori Nousaku

Cosmo-Eggs
Kommissar: The Japan Foundation
Kurator: Hiroyuki Hattori
Ort: Giardini

In Japan, aber auch in anderen häufig von Tsunamis betroffenen Regionen der Welt, liegen an manchen Küsten vereinzelte riesige Steinbrocken. Diese soge- nannten „Tsunami-Findlinge“ wurden von den gewal- tigen Kräften der Erdbeben aus dem Meeresboden herausgebrochen und an Land gespült. Besonders viele Exemplare finden sich auf den Inseln der japani- schen Präfektur Okinawa. Im Laufe der Zeit wurden diese eindrücklichen Zeugen vergangener Naturer- eignisse von den Menschen mit religiöser Bedeutung aufgeladen und fanden Eingang in Mythologie und Folklore. Auch in der Natur haben sie eine neue Be- stimmung gefunden: Zugvögel und Insekten nutzen die zerklüfteten Kalksteinbrocken als Nistplatz und Heimstätte, auch Pflanzen haben sich angesiedelt.

Der japanische Künstler Motoyuki Shitamichi (geb. 1978) beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit solchen Tsunami-Steinen. Auf den Yaeyama-Inseln in Okinawa fotografierte und filmte er verschiedene Exemplare. Seine Werkserie Tsunami-Boulders war Ausgangspunkt für das komplexe Biennale-Projekt Cosmo Eggs im japanischen Pavillon, an dem neben Shitamichi der Komponist Taro Yasuno (geb. 1979), der Anthropologe Toshiaki Shikura (geb. 1974) sowie der Architekt Fuminori Nousaku (geb. 1982) mitgear- beitet haben. Entstanden ist eine kohärente Gemein- schaftsproduktion aus Bild, Design, Klang und Text.

Die Mitte des quadratischen Pavillons dominiert ein riesiges orangefarbenes aufgeblasenes Objekt – eine Art rundes Kissen, das sich durch die zentrale Bodenöffnung aus dem Untergeschoss herauswölbt. Aus seiner Mitte führen transparente Kabel zu an der Decke hängenden Blockflöten. Auf vier schräg gestellten mobilen Stellwänden sind Shitamichis Tsunami-Boulder-Videos zu sehen. Die von einem fixen Standpunkt…

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von Susanne Boecker

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