Ausstellungen: Wien · von Petra Noll-Hammerstiel · S. 283 - 285
Ausstellungen: Wien ,

Wien

The Cindy Sherman Effect

Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst

Bank Austria Kunstforum 29.01.– 21.06.2020

von Petra Noll-Hammerstiel

Diese Ausstellung, kuratiert von Bettina M. Busse, gibt einen Überblick über die Entwicklung der künstlerischen Auseinandersetzung mit Identi-täts- und Geschlechterkonstruktionen über fünf Jahrzehnte, ausgehend von der Klassikerin der inszenierten Fotografie und des Rollenspiels, der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman (* 1954), die mit zahlreichen Arbeiten aus ihren Werkserien seit 1976 bis heute vertreten ist. Parallel dazu werden ca. 80 Werke von 21 internationalen – meist etablierten und subjektiv ausgewählten – Positionen, mehr als die Hälfte Frauen (!), präsentiert. Bevorzugte Medien sind Fotografie und Video, Verfahren, die aufgrund der ihnen inhärenten Auseinandersetzung mit Authentizität in der Identitätsdebatte explizit wichtig sind. Wenige Beispiele gibt es in den Bereichen Objekt (Gavin Turk, Sophie Calle), Skulptur und Malerei (Markus Schinwald). Shermans Strategie war und ist, inspiriert von Medienbildern, das Schlüpfen in unterschiedlichste, „typisch“ weibliche Rollen, um die Instrumentalisierung und Repräsentation der Frau kritisch zu reflektieren. Im Gegensatz zu Elke Silvia Krystufek, hier mit der „Day Dream Series“ (1996) vertreten, ging es ihr dabei nie um Selbsterfahrung und Themen wie Exhibitionismus und Voyeurismus.

Zuerst begegnet man Shermans zur Ikone gewordenen SW-Fotografie „Unitled Film Still #2“ von 1977. Das hier verwendete Spiegelbild, eine wichtige Strategie der Selbstinszenierung, verknüpft Realität und Fiktion und entlarvt Identität als fragiles Konstrukt. Shermans Arbeiten haben sich immer mehr zu Körperfragmentierungen und -zerstörungen entwickelt, das Bild der Frau als Objekt der Begierde demontierend. Zerstörungsstrategien finden sich auch in Pipilotti Rists bekannter Zweikanalvideoinstallation „Ever is Over All“ von 1997, wo…

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