Kunstforum-Gespräche ,

Out of the Blue

Ralf Beil wurde gezwungen, von einem Tag auf den anderen sein Direktorat in Wolfsburg aufzugeben.

Über die Ursachen hat er mit Michael Stoeber gesprochen.

Franklin Delano Roosevelt bat einmal darum, nach den Feinden beurteilt zu werden, die er sich gemacht habe. Legte man diesen Maßstab an Ralf Beil an, der es als Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg geschafft hat, es sich mit dem VW-Konzern zu verderben, reichte es bereits, um von ihm in den höchsten Tönen zu sprechen. Aber natürlich sind es seine Ausstellungen, für die der 1965 in Kobe, Japan geborene Beil zu loben ist. Die, die er als Kurator in Bern und Lausanne und als Direktor der Mathildenhöhe Darmstadt realisierte. Aber vornehmlich auch seine Wolfsburger Ausstellungen, darunter Wolfsburg Unlimited, Dark Mirror, This Was Tomorrow, Hans Op de Beeck, Never Ending Stories und Robert Lebeck. Sie sorgten für starke Medienresonanz und für Besucherzahlen, von denen andere Museen an vergleichbaren Standorten nur träumen können. Zudem hat Ralf Beil die Sammlung des Kunstmuseums seit seinem Amtsantritt 2015 um bedeutende Werke erweitern können, obwohl ihm keinerlei Ankaufsbudget zur Verfügung stand. Trotzdem kündigte man seinen Fünfjahresvertrag vorzeitig und er wurde gezwungen, von einem Tag auf den anderen sein Direktorat in Wolfsburg aufzugeben. Über die Ursachen hat er mit Michael Stoeber gesprochen.

Michael Stoeber: Herr Beil, am Donnerstag, den 13. Dezember 2018, wurden Sie vom Kuratorium der Kunststiftung Volkswagen schriftlich aufgefordert, Ihr Amt als Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg niederzulegen und binnen 24 Stunden Ihr Büro zu räumen. Faktisch nicht weniger als ein Rauswurf:…

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von Michael Stoeber

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