Ausstellungen: Basel · von Maria Anna Tappeiner · S. 278
Ausstellungen: Basel ,

Basel

William Kentridge

A Poem That Is Not Our Own

Kunstmuseum Basel I Gegenwart 08.06. – 13.10.2019

von Maria Anna Tappeiner

Die internationale Ausstellungspräsenz von William Kentridge ist enorm und doch gelingt es dem Künstler, Filmemacher und Regisseur immer wieder, seinem Werk neue Aspekte hinzuzufügen. Denn der 64-Jährige, der mit den Drawings for Projections, animierten Kohlezeichnungen zur Apartheid in Südafrika, bekannt geworden ist, möchte vor allem eines nicht: sich wiederholen. Obwohl sein Werk formal eine große Wiedererkennbarkeit hat, erweitert er ständig seine Themen und die Möglichkeiten künstlerischer Inszenierung bis hin zu raumgreifenden Installationen und multimedialen Performances.

Die große Überblicksschau im Kunstmuseum Basel spürt den Grundthemen im Werk von Kentridge nach: Xenophobie, soziale Ungleichheit, Migration, Flucht. Das Besondere an dieser Ausstellung ist dabei der Brückenschlag von ganz frühen zu aktuellen Arbeiten. So sind neben den ersten Animationsfilmen auch Zeichnungen aus den 1980er-Jahren zu sehen, die sich formal an Werke des Deutschen Expressionismus anlehnen. Einige von ihnen hatte Kentridge selbst 30 Jahre lang nicht mehr gesehen. Das Frühwerk ist eine wichtige Quelle, aus der sich sein Werk insgesamt verstehen lässt. So zeigt etwa der großformatige Siebdruck mit der Aufschrift „100 Years of Easy Living“, den Kentridge 1988 für die Hundertjahrfeier von Johannesburg als Plakat konzipierte, bereits die Hauptfigur seiner Filme, den Großindustriellen Soho im Streifenanzug. Später erst hat dieser seinen ersten Auftritt im Animationsfilm Johannesburg, 2nd Greatest City.

Nach einer längeren Pause, arbeitet Kentridge nun wieder an einem neuen Soho-Film, der als Work in Progress in einer Doppelprojektion in der Ausstellung zu sehen ist. Wie in seinem frühen Film…

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