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Zeichnen zur Zeit X · von Reinhard Ermen · S. 184 - 185
Zeichnen zur Zeit X ,

Zeichnen zur Zeit

Eine Serie in mehreren Folgen.
Teil X vorgestellt von Reinhard Ermen

 

Ursprünglich sollte das anders laufen. Es war vorgesehen, dem Themenband 196 des Kunstforums „Zeichnen Zur Zeit“, als zweiten Teil eine ausführliche Dokumentation von 50 Positionen unmittelbar folgen zu lassen. Schnell erwies sich, dass 50 oder auch nur 30 Porträts auf einen Schlag zu viel für einen ist, der, soweit wie möglich, die in Frage kommenden Künstler aufsucht, einen Essay schreibt und dann noch das Bildmaterial zusammensucht. In einem überschaubaren Zeitraum war das nicht zu schaffen; die Möglichkeit, dafür mehrere Autoren zu beschäftigen, wurde von Anfang an ausgeschlossen. So kam es zu dieser speziellen Darreichungsform „in mehreren Folgen“, wenn man so will, jeweils im ‚Zehnerpack‘. Andere Prämissen, die von Anfang an feststanden, sind indessen geblieben, dass etwa beim Durchblättern der nach dem Alphabet geordneten Namen, keine Position der anderen gleichen sollte, auch der oberflächliche Blick durfte keinen Anlass finden, Künstler und Künstlerinnen auch nur auf die Schnelle zu verwechseln. Das führte zu einem natürlichen Pluralismus, alles war möglich, nur die Qualität sollte zählen. Minimalismus traf auf Maximalismus, puristisches Asketentum folgte auf lineares Bodybuilding, Weltberühmtheiten standen Aug‘ in Aug‘ mit NoNames. Der Herausgeber / Kurator machte dabei eine spannende Erfahrung: Selbst zum Elementaren neigend und gewillt entsprechende Figuren auch gegen den Mainstream einen Platz zu sichern, stellte er bald für sich fest, dass irgendwann das Medium an sich ins Zentrum trat und den Willen zur abstrakten Konkretion durchaus relativierte, wenn auch nicht eliminierte. Die Zeichnung, bzw. deren medialer Eigensinn interessierte…

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