Titel · von Susanne Boecker · S. 312
Titel ,

Lettland

Daiga Grantiņa

Saules Suns
Kommissarin: Dace Vilsone
Kurator*innen: Valentinas Klimašauskas, Inga Lāce
Ort: Arsenale

Zu den Konstanten in der Berichterstattung über die Biennale Venedig gehört die Kritik an den nationalen Pavillons. Überholt sei dieses Prinzip, nicht mehr zeitgemäß in einer globalen (Kunst-)Welt. Dabei macht doch gerade diese Vielfalt an Stimmen und Positionen, die nicht von einer einzelnen kuratorischen Hand verlesenen wurden und deren Auswahl weitaus mehr widerspiegelt als nur den aktuellen „State of the Art“, die Biennale Venedig so einzigartig und so spannend. Und auch so abwechslungsreich. Das merkt man vor allem in den Arsenale, wo die nationalen Pavillons dicht an dicht und ohne individuelle architektonische Hüllen aneinandergereiht sind.

Besonders krass ist in diesem Jahr der Übergang von dem von Madagaskar und Albanien bespielten Kompartiment zum lettischen Pavillon. Hier eine ganz in Schwarz gehaltene Papierinstallation und ein in einem heruntergekommenen Bergwerk gedrehter Film – dort ein offener Raum voller Farbe und Licht. Daiga Gratinas Installation Saule Suns ist von beschwingender Leichtigkeit, dabei sinnlich und hochästhetisch. Der Kontrast zwischen den drei Pavillons ist nicht das Ergebnis eines kuratorischen Kalküls, sondern reiner Zufall. Man mag das beliebig finden, kann dieses Aufeinandertreffen von Kontrasten aber auch als sehr bereichernd erleben.

Daiga Grantina (geb. 1985) arbeitet mit verschiedensten industriell hergestellten Materialien wie Pappe, Kabeln, Klebestreifen, Papier, Silikon, Plexiglas, Watte, Metallstangen, Plastikschläuchen, Drähten, farbigem Bauschaum … Daraus komponiert sie verschiedenste skulpturale Arrangements. Einige haben eher geschlossene Formen, andere wirken wie aufgerissene, flatternde Hüllen, wieder andere sind fast körperlos und stehen wie grafische Zeichnungen im Raum. Manche Skulpturen stehen auf…

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