Titel ,

Portugal

Leonor Antunes

A Seam, a Surface, A Hinge, or a Knot

Kommissar: Direção-Geral das Artes
Kurator: João Ribas
Ort: Fondazione Ugo e Olga Levi Onlus, Palazzo Giustinian Lolin

Wer Neues erwartet, geht leer aus. Original is full of doubts hatte Leonor Antunes 2009 schon eine ihrer ersten Ausstellungen genannt. Ihr Arbeitsprinzip sind Bezüge, Zitate, gar Duplikate, die allerdings in einem neuen Zusammenhang erscheinen und zu autonomen Orten werden. Hinter diesen Skulpturen steht jeweils eine Herkunftsgeschichte, die dem Betrachter ohne Antunes’ Erklärungen verschlossen bleiben würde. So etwa in ihrer frühen Arbeit jener kleine Klumpen Gold mit dem Titel 1763 – 2008, der von einer jener Münzen stammte, die in Lissabon nach dem großen Erdbeben aus umgeschmolzenen Fundschätzen geprägt worden waren. Antunes behält das Material und führt die Aktion des Schmelzens weiter. Oftmals beziehen sich die Herkunftsgeschichten auf architektonische Elemente – hier in Venedig sind es vor allem Baudetails von Carlo Scarpa, seiner Frau Egle Trincarnato. Ähnlich aber wie in ihrer früheren Arbeit thematisiert Antunes auch hier die Bewegung, wenn sie etwa den Schwung eines Treppengeländers von Carlo Scarpa aufnimmt und aus weißem Leder ein schlauchartiges Gebilde herstellt, das sich als Spirale zwischen den Sparren einer Holzkonstruktion hinaufwindet. (DvD)

Doris von Drathen: Auf den ersten Blick scheint Venedig präsent – mit seinen Schiffstauen, den Holzkonstruktionen der Accademia-Brücke, der Holz gitter auf den Vaporetti.

Leonor Antunes: Der Kontext Venedig war mir wichtig, aber zunächst vor allem sein Licht. Ich habe die Räume des Palazzo Giustiniàn von Vorhängen, Kronleuchtern und schweren Bildern befreien…

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von Doris von Drathen

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