Ausstellungen: Basel ,

Basel

Radiophonic Spaces

Museum Tinguely 24.10.2018 – 27.01.2019

von Jolanda Drexler

Dem experimentierfreudigen „Hauspatron“ Tribut zollend hat sich das Museum Tinguely auf die Fahnen geschrieben, die Grenzen der Kunstausstellung auszuloten. So startete es Anfang 2015 eine vielbeachtete Ausstellungsreihe, die den menschlichen Sinnesorganen gewidmet war (etwa „Wie riecht Kunst?“). Nun kann man dort eine dezidiert auditive Ausstellung erleben: Mittels eines Hörparcours lassen sich verschiedenste Positionen aus der 100 jährigen Geschichte der Radiokunst erfahrbar machen. Das Großprojekt „Radiophonic Spaces“ entstand in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar, deren Professorin für Experimentelles Radio Nathalie Singer die künstlerische Gesamtleitung innehatte, dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin und der Universität Basel. Im Unterschied zu Berlin und Weimar, wo diese Ausstellung auch (zeitversetzt) präsentiert wird, veranstaltet das Museum Tinguely zusätzlich 14 breitangelegte Themenwochen zur Vertiefung und Erprobung des Mediums. In unserer Zeit der immensen visuellen Überfrachtung erscheint ein solches Ausstellungsprojekt auf den ersten Blick kühn, allerdings treten neuerdings auch immer mehr Klangkünstler auf den Plan. Singer konstatiert sogar einen regelrechten „Boom der Radiokunst“ und Ute Holl, die als Medienwissenschaftlerin an der Universität Basel seit Langem zur Radiophonie forscht, beobachtet ebenfalls einen Umschwung zum Hören, der schon in den 1980ern mit dem Walkman einsetzte und den Benützern ermöglichte, „die eigene Soundblase mit sich herumzutragen und darüber die Umwelt zu gestalten“. Dies markiere den „Anfang einer Kultur, die mit dem iPod weitergeht – die Jugendlichen setzen sich der brutalen Umwelt in unseren Städten nicht mehr ungeschützt aus“.

Wie lässt sich also eine rein auditive Ausstellung realisieren? Singer, die damit „Radiokunst überhaupt als…

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