Titel ,

Argentinien

Mariana Telleria

El Nombre de un País (The Name of a Country)
Kommissar: Sergio Baur
Kuratorin: Florencia Battiti
Ort: Arsenale

„Ich bin eine Fanatikerin des Raums. Und der Komposition innerhalb des Raums. Auf eine intuitive Art sagt mir der Raum zu 80 %, was ich tun muss“, beschreibt Mariana Telleria (geb. 1979) ihre Arbeitsweise. Die großen, vor einigen Jahren eingerichteten Ausstellungsräume in den Sale d’Armi haben sich inzwischen als fester Ort der Biennale etabliert. Dabei sind vor allem die langgestreckten Hallen im Untergeschoss äußerst schwierig zu bespielen. Während die in der Mitte gelegenen fast über gar kein Tageslicht verfügen, wird der argentinische Pavillon auf der rechten Seite immerhin noch durch eine Reihe von Seitenfenstern erhellt. Für ihre Präsentation hat Telleria jedoch sämtliche Fenster verschließen lassen.

Man muss seine Augen erst einmal an die Dunkelheit gewöhnen. Selbst nach ein paar Minuten ist es immer noch schwierig, sich in der 500 Quadratmeter großen Halle zu orientieren. Der Blick findet keinen Halt, er wird geblendet von einzelnen, hoch angebrachten Lampen. Das Licht fällt über Spiegel auf den Boden, zeichnet hier helle Streifen, die sich in einer diffusen Immaterialität verlieren. Sieben verspiegelte Pfeiler unterteilen den Ausstellungsraum in zwei Hälften. Auf der linken Seite entdeckt man im Halbdunkel sieben fast deckenhohe Gestalten, zusammengefügt aus zerschnittenen Autoteilen, dicken Stoffen, aus Plastikfolie, Säcken, Metallgestängen, zersägten Bilderrahmen und anderen Materialien und Objekten.

Es scheint, als habe sich die Künstlerin aus dem Sperrmüll bedient, dabei sind die Kreaturen von einer irritierenden Makellosigkeit. Mariana Telleria bezeichnet sie als „Monster“ – aber genauso gut könnte es…

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von Susanne Boecker

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