Titel · von Sabine B. Vogel · S. 286
Titel ,

Finnland

Miracle Workers Collective

A Greater Miracle of Perception
Kommissar: Raija Koli, Direktor Frame Contemporary Art Finland
Kurator*innen: Giovanna Esposito Yussif, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Christopher Wessels.
Ort: Giardini, Alvar Aalto Pavilion

Der Finnische Pavillon wird dieses Jahr von einer recht unübersichtlichen Menge an Akteuren bespielt, die alle zusammen A Greater Miracle of Perception schaffen. Das Mirakel wird dabei als ein „poetisches Vehikel“ verstanden, das „Wahrgenommenes, Erlebtes und Imaginiertes erweitert“, als „Sprachbild für spirituellen und politischen Widerstand“, wie es bei der Eröffnung erklärt wurde. Daran beteiligt ist die Aktivistin Maryan Abdulkarim, die Autoren und Filemacher Khadar Ahmed und Hassan Blasim; Choreographin Sonya Lindfors; Künstlerinnen und Aktivistinnen Outi Pieski und Martta Tuomaala; Künstlerin und Musikerin Leena Pukki; Raumdesigner Lorenzo Sandoval; Cinematograph Christopher L. Thomas, Storytellerin Suvi West, und natürlich die Kuratoren Giovanna Esposito Yussif, Christopher Wessels, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung – sie alle formieren das Miracle Workers Collective. Ganz dem Zeitgeist entsprechend ist das zentrale Thema dabei die Situation einer indigenen Volksgruppe, der Sámi (übersetzt ,Sumpfleute‘; früher Lappen genannt), ihre Rechte auf Land, Mobilität und Wasser. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über Teile von Schweden, Norwegen, Finnland und Russland. Damit wird hier zugleich die Frage von Indigenität gestellt, von Nationalzugehörigkeit und welche Stimmen gewöhnlich in dem Pavillon von Finnland zu hören sind.

Sämtliche Beiträge des Pavillons entstanden in kollektiven Prozessen, etwa The Killing of Cahceravga: Fünf Kurzfilme sind zusammengeschnitten und erzählen unterschiedliche Geschichten, darunter jene, in der eine Mutter im Sprechgesang ihr Kind warnt, niemals alleine auf das Eis, auf zugefrorene Wasserflächen zu gehen, da es sonst…

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