Projekte · von Peter Funken · S. 320
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Land Art Eisenberg

Das Kunstprojekt am Dreiländereck nimmt immer mehr Gestalt an

von Peter Funken

Die Situation ist nicht nur idyllisch, sie scheint nur so auf den ersten Blick … grün, ruhig, sehr viel unberührte Natur, gutes Essen, erstklassige Lebensqualität. Doch so einfach ist es nicht – sieht man genauer hin und nicht nur auf grüne Hügel, dann stellt man fest, dass es hier im südlichen Burgenland auch recht rau hergeht; die Leute der ländlichen Grenzregion waren nie so wohlhabend, wie anderswo in Österreich, hier trinkt man mehr und stirbt auch früher, selbst wenn die Sonne fast immer scheint. Auch ist das Gebiet nahe zu Slowenien und Ungarn, wo früher auf fünf Kilometer der „Eiserne Vorhang“ verlief, strukturell konjunkturschwach mit allen Problemen, die dazu gehören. Eine durchaus eine ambivalente Situation, und darum auch eine spannende …

Peter Pilz (*1955) ist Künstler und Kurator, er lebt und arbeitet in Wien und Berlin doch vor allem auf dem Eisenberg in einem Bauernhof, der früher seinen Großeltern gehörte. Die hatten ein hartes Leben und auch die Kunst macht es einem nicht nur einfach, besonders wenn man wie Pilz einen großen Plan verfolgt, obsessiv, eigensinnig und gegen etliche Widerstände: Auf seinem hügligen Gelände oberhalb eines Teichs unweit einer römischen Siedlung setzte Pilz bereits 1993 eine erste, große Skulptur in die Landschaft – „Torony“ – ein fragiler Turm geformt aus zwei ungarischen Wachtürmen, der hier bis 1989 die Grenze zu Österreich scharf markierten. Es folgte weitere Land art, ein „Bombentrichter“, hausähnliche Bauten, Erdlöcher oder Mauern aus Lehm (vgl. Monografie…

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