1991 - 114 – www.kunstforum.de
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Imitation und Mimesis

Die Fähigkeit, die Welt in Bildern zu sehen, schafft unentwegt und unaufhörlich neue Differenzen zwischen dem Wirklichen und dem Symbolischen. Zwischen Wiederholung und Erneuerung spielt sich die kü ... WEITERLESEN nstlerische Formung kultureller Leitbilder ab. Der eher negative Beiklang des Imitierens auf der einen, die zerbrechliche Hoffnung auf ein mimetisches Vermögen außerhalb instrumentellen Tuns auf der anderen Seite markieren die begrifflichen Pole, zwischen denen die Beiträge dieser Dokumentation angesiedelt sind: Nach einer eher ethnologischen Aufarbeitung der Breitenwirkung imitativer Strategien stehen die komplexen Hoffnungen und Modellierungen der Bilder vom Menschen, von Selbst- und Fremdbildnissen, im Vordergrund. Die Bilder greifen zugleich aus und zurück auf den Körper und die Phänomene des Leibes. Die mimetische Differenz, um die es geht, spiegelt den Denk- und Handlungsraum in der Differenz zwischen Leib und Umwelt und als Versuch einer vorahnenden Eröffnung neuer Erfahrungen. Die Rückbesinnungen auf Platonische Gedanken bilden die Kontrastfolie zu Erörterungen der Probleme künstlerischer wie alltagskultureller Autorschaft. Die drei Schwerpunkte der Dokumentation sind erstens das Verhältnis von technischen Bildmedien, Körpersprachen und Bildmanipulation, zweitens Fragen der Autorschaft in bildender Kunst, Literatur, Musik und Philosophie und drittens Darlegungen zu Aby Warburgs Bildauffassung und dem Modell bewältigender Motivmontagen. Zum Thema siehe auch „Mimesis“ (Band 44/45, 1982). VERBERGEN

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