Band 266
Die Kunst des Gehens
sinnlich – anarchisch – eigensinnig
„Spazieren muss ich unbedingt, um mich zu beleben“ – Robert Walser verstand Gehen als ästhetisches Verfahren und als unerschöpfliche Inspirationsquelle, ohne die er nicht schreiben konnte. Für die leidenschaftliche ...
„Spazieren muss ich unbedingt, um mich zu beleben“ – Robert Walser verstand Gehen als ästhetisches Verfahren und als unerschöpfliche Inspirationsquelle, ohne die er nicht schreiben konnte. Für die leidenschaftliche Wanderin Simone de Beauvoir war jeder Ausflug ein Kunstwerk. Und auch Mark Zuckerberg oder Barack Obama nutzen „Walking Meetings“ für ihre Besprechungen, um innovatives Denken zu fördern. In der Kindheit einst mühevoll erlernt, erscheint uns Gehen als Bewegungstechnik im späteren Leben so selbstverständlich – ein im Alltag uns unbewusst begleitender Existenzakt. Dass Gehen so viel mehr ist als Fortbewegung, zeigen die hier gesammelten Beiträge, die das künstlerische und kulturelle Potential des Gehens erforschen. Dieser Themenband blickt auf das ästhetische und poetische Verfahren, das diesen Existenzakt in der Kunst und in angrenzenden Bereichen wie Tanz, Land Art, Performance-Kunst, Film, Fotografie, Literatur, Philosophie begleitet. Vom anarchischen Bewegen bis zum sinnlichen Flanieren: im Moment des Gehens zeigt sich ein poetisches Konzept, das sich der Beschleunigung unseres Lebenstempos widersetzt.

Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Die Kunst des Gehens
sinnlich – anarchisch – eigensinnig

Ästhetik des Gehens
30 Bildpaare & Gedankengänge

Tänzer, Künstler und Schafe
Über das Gehen als künstlerische Praxis

Peripatetik war schon immer ein SchreibenGehen
Gehende Schreiber und schreibende Geher stehen in einer langen literarischen, philosophischen und spirituellen Tradition

Kleine Bibliothek zum SchreibenGehen
ausgewählt und beschrieben von Paolo Bianchi

Gehen in Philosophie und Kunst
Aufreißender Überblick des Anrisses zu den Problemen darin

Be a Hero! Be an Outsider! Be Robert Walser!
Thomas Hirschhorn baut dem Promeneur Solitaire Robert Walser ein Denkmal

Nur Narr! Nur Dichter! Nur Wanderer!
Die Neuentdeckung des anarchischen Wanderers Hans Jürgen von der Wense

Agnès Varda
Emanzipativer Alleingang. Hommage an die Grande Dame des französischen Films

Jan Hostettler
Rastlos oder der neugierige Gang




































