Band 271
Quo Vadis Biennale?
Die Zukunft der Mega-Ausstellungen
Kein Ausstellungsformat wird so geliebt und gleichzeitig kontrovers diskutiert wie Biennalen. Seit der Jahrtausendwende verbreitet sich dieses Modell einer periodisch wiederkehrenden Großausstellung über alle Kontinente. Über 300 könnten es ...
Kein Ausstellungsformat wird so geliebt und gleichzeitig kontrovers diskutiert wie Biennalen. Seit der Jahrtausendwende verbreitet sich dieses Modell einer periodisch wiederkehrenden Großausstellung über alle Kontinente. Über 300 könnten es schon sein, eine genaue Zahl lässt sich nicht ermitteln, da immer Neue gegründet, Ältere ruhend gestellt werden. Es sei ein einmaliges Experimentierfeld, sagen die einen. Die anderen kritisieren eine zunehmende Hegemonisierung. Aber trotz der Kontroverse und der aktuellen Notbremse durch Corona bleibt der Wille zur Biennale ungebrochen. Immerhin gelten sie als einzigartiges Modell für transnationale Begegnungen von Künstler*innen, als Testfeld für neue kuratorische Konzepte und für expansive Definitionen von Kunst – zu Recht? Dieser Themenband stellt die Funktion der Mega-Ausstellungen zur Diskussion und widmet sich der Frage, was Biennalen als „Probebühnen einer anderen Welt“, als zentrales Format für Offenheit, Vielfalt und Expansionsfreudigkeit heute und zukünftig bewirken können. Mit kritischen Dokumentationen der diesjährigen Manifesta 13 in Marseille, RIBOCA 2 in Riga und 11. Berlin Biennale zeigen wir exemplarisch, welche Herausforderungen und Visionen heute dominieren und bieten einen umfassenden Überblick über die zentralen Modelle anhand von ausgesuchten Biennalen. Wir haben Künstler*innen, Kollektive und Kurator*innen, die Biennalen verantworteten, befragt: Wie sieht die Zukunft von Biennalen aus? Stehen diese trotz ihrer zunehmenden Institutionalisierung kurz vor dem Kollaps? Die Zeit der Starkünstler*innen und der dominanten Westkunst scheint vorbei: Mit Quo Vadis Biennale wird das Jetzt präsentiert und ein Blick in die Zukunft dieser Großveranstaltungen gewagt.

Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Quo Vadis Biennale?
Die Zukunft der Mega-Ausstellungen

Quo Vadis Biennale – ein Rückblick und ein Plädoyer
von Sabine B. Vogel

Probebühnen einer anderen Welt
Die Pandemie hat den Siegeszug der Biennalen vorerst gestoppt. Als Foren der Transnationalisierung sind sie aber weiterhin unverzichtbar

Kurz vor dem Kollaps – oder längst am Ende ?
Biennalen in der Krise

Hoffnungen, Erwartungen, Kritik und vage Ausblicke
Statements zu Biennalen von Künstler*innen und Kurator*innen, von Cecilia Alemani, Sam Bardaouil & Till Fellrath, Brook Andrew, Elmgreen & Dragset, Sheikha Hoor Al Qasimi, Jitish Kallat, Katerina Gregos, Shwetal A. Patel, Rafal Niemojewski, Maria Lind und Raqs Media Collective

Von Italien in die Welt – Modelle für Biennalen
Nationenprinzip, Fixe Häuser, Parcours durch die Stadt, Medienspezifische Biennalen & Künstler*innen-Kurator*innen

Eine Eloge der Gegenerzählung
Ein Gespräch mit María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado und Agustín Pérez Rubio zur 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst und worin Sinn und Nutzen von Biennalen in Zukunft liegen könnten

Marseille ist mehr als nur eine französische Stadt
Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks mit Hedwig Fijen, Direktorin der Manifesta

11. Berlin Biennale für Zeitgenössische Kunst 2020
Der Riss beginnt im Inneren - Der Prolog und die Austragungsorte KW Institute for Contemporary Art, daadgalerie, Gropius Bau, ExRotaprint im Überblick

Manifesta 13 Marseille
Ein Rundgang durch die Plots The Home, The Refuge, The Almshouse, The Park, The Port, The School und eine verdeckte Operation

2. RIBOCA 2020 — And suddenly it all blossoms
Eine Geisterbiennale für überhörte Stimmen
von Sabine B. Vogel

Schlüsselmomente der Biennale Venedig
Eine Ausstellung über die 125-jährige Geschichte
von Sabine B. Vogel

































