Band 231
Kunstverweigerungskunst I
Verweigerung als Schöpferische Provokation
Ob auf der Karlsaue der letzten Documenta, auf der Whitney-Biennale in New York oder der Kunstbiennale Berlin – allenthalben lassen sich Tendenzen aufspüren, die verschiedene Strategien der Verweigerung in den ...
Ob auf der Karlsaue der letzten Documenta, auf der Whitney-Biennale in New York oder der Kunstbiennale Berlin – allenthalben lassen sich Tendenzen aufspüren, die verschiedene Strategien der Verweigerung in den Mittelpunkt stellen. Die klassischen Gattungen von Tafelbild, Plastik, Videokunst und Fotografie sind längst um Anordnungen und künstlerische Konfigurationen erweitert worden, die den Werkbegriff oder die Aussagekraft des einzelnen Objekts negieren und auf Kunst als soziale Bewegung setzen. Nicht selten als „Installationen“ tituliert, sind sie allerdings eher „Dokumentationen“ des aktivistischen Engagements der Künstler und wirken vergleichsweise spröde auf den Betrachter. Von diesem aktuellen Befund ausgehend werden unterschiedliche Formen einer „Kunstverweigerungskunst“ aufgespürt, die sich gegen das Werk selbst, gegen den Betrachter von Kunst oder gegen den Komplex von Markt, Gesellschaft und Politik richten. Verschiedene, teils konkurrierende Konzepte von Anti-Kunst, Nicht-Kunst und Kunstlosigkeit bedienen sich seit einem Jahrhundert der Formlosigkeit, der Ironie, der Zerstörung und des ästhetischen Widerstandes, um konventionelle Grenzen zu überschreiten. Künstlerische Positionen, die auf die totale Verweigerung einer ästhetischen Erfahrung zielen, werden nicht zuletzt durch den Zweifel am darstellenden Charakter der Kunst genährt.
Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Kunstverweigerungskunst I
Verweigerung als Schöpferische Provokation
Herausgegeben von Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth Weiss
Editorial

Im Labyrinth der Dialektik von Innerhalb und Außerhalb?
Von der Verweigerungskunst zur Kunstverweigerung

Die Kunstverweigerung endet in den Armen der Kunst
Fluxus als Ausgangspunkt späterer Verweigerungsstrategien

„Artivismus“, Pragmatismus und Narrativierung
Signaturen einer Kunst als sozialer Praktik

Handlung, Teilnahme und Beteiligung
Partizipation zwischen Politik und Kunst

Objektzerstörungen
Vom versehrten Werk zur Realitätsverweigerung

Fokus Südamerika
Kunst über ihre Grenzen hinaus

Gustav Metzger
„Verweigerung war für mich eine Pflicht“
Rückblickende Bemerkungen über Zerstörung, das Verschwinden und die Aufgabe der Kunst
Ein Gespräch mit Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth Weiss

Francesco Matarrese
„Am Firmament existieren die gangbaren Wege“
Nachdenken über Verweigerung und Erlösung
Ein Gespräch mit Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth Weiss

Die Kunst im Exil des Denkens
Anmerkungen zu Francesco Matarreses Grenzgängen zwischen Kunst und ästhetischer Theorie

























































