Band 267

post-futuristisch.

Kunst in dystopischen Zeiten

Dass wir uns so unvermittelt und mit einer solch harten Vollbremsung in einer Entschleunigungsphase wiederfinden würden, hätte vor wenigen Wochen noch niemand vermutet: Unsere wachstumsorientierte, schnelllebige Leistungsgesellschaft wird ...

Dass wir uns so unvermittelt und mit einer solch harten Vollbremsung in einer Entschleunigungsphase wiederfinden würden, hätte vor wenigen Wochen noch niemand vermutet: Unsere wachstumsorientierte, schnelllebige Leistungsgesellschaft wird derzeit geradezu dramatisch vom Corona-Virus ausgebremst, das dabei ein atemberaubendes Tempo an den Tag legt und sich wie im Flug über alle Landesgrenzen hinweg verbreitete. Im Gegensatz zum utopischen Fortschrittsdenken der italienischen Futuristen am Anfang des 20. Jahrhunderts befinden wir uns heute in einer Zeit des Post-Futurismus, in der die Auswirkungen der Wachstumsideologie zwar noch andauern, Stimmen des Widerstands aber angesichts einer nicht mehr zu leugnenden Klimakrise immer lauter werden und der Zustand der zunehmenden Erschöpfung alternative soziale, politische und ökonomische Entwürfe erfordert. Das spiegelt sich auch in der Kunst. Hier kann man seit einigen Jahren das Einsetzen einer kritischen Reflexion unseres der Zerstörung überlassenen Lebensraums beobachten. Künstler beschäftigen sich mit den ökologischen Katastrophen und den Auswirkungen unserer Medientechnologien ebenso wie mit Konflikten und Krisen in den Metropolen und thematisieren die scheinbar nie stillstehende Geschwindigkeit unseres Alltags. In unterschiedlichen Ansätzen durchleuchten die Autor*innen dieses Bandes künstlerische Auseinandersetzungen mit diesen Themen und fächern so ein aktuelles Bild der Kunst im Anthropozän auf.


Alle Beiträge aus dieser Ausgabe

Titelbeiträge

Douglas Coupland, Slogans for the 21st Century, 2019, Installationsansicht 24 / 7 at Somerset House © Foto: Stephen Chung for Somerset House

post-futuristisch.

Kunst in dystopischen Zeiten

12 Patricia Piccinini, Graham, 2016, Silikon, Fiberglas, menschliches Haar, Kleidung, Zement, 140 × 120 × 170 cm, © Patricia Piccinini

asap

Mit Höchstgeschwindigkeit in die Zukunft

Kunst im Anthropozän

post-futuristisch

Zukunft: Erschöpfung

von Franco Berardi

Warren Neidich

Aktivistische Neuroästhetik als künstlerische Praxis in der Post-Wahrheitsgesellschaft

The Day After Tomorrow, USA 2004, Regie, Produktion, Drehbuch und Story: Roland Emmerich, © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment, Blu-ray

Abjekte Zeiten.

Die Darstellung von Zukunft im Science-Fiction-Film des 21. Jahrhunderts

The Agency, Medusa Bionic Rise, 2019, Performance im Rahmen des Festivals „Blue Skies – Bodies in Trouble“, PACT Zollverein, 2019, © Foto: Dirk Rose

Fabian Saavedra-Lara

Bodies in Trouble

María Castellanos und Alberto Valverde, symbiotic-interaction, 2017, Installation und Performance, © Castellanos / Valverde

You press the button, we do the rest

Postfuturistische Körper

Tony Oursler

Bits of Terror

Haubitz + Zoche, Blind Date, BMW 320i, wasserdicht präpariert, 1.600 l Wasser, 2006, Ausstellung „Gletscher dämmerung“, ERES-Stiftung, München, © Stefanie Zoche / VG Bild-Kunst

Stefanie Zoche

Blind Date with the Future

01 linke Seite: M+M, Autobahnschleife, work-in-progress seit 1996, Visualisierung, Courtesy: M+M, © M+M

Du sagst, ich wiederhole mich.

Zeitlichkeitslogiken und ihre Unterbrechungen (in der Kunst)

Tim Etchells, HOW LOVE COULD BE, LED-Installation Förderturm des Deutschen Bergbau-Museums, 26. April–31. Oktober 2014, Foto: Diana Küster

Nach den Autos – vom Rollen und Rauschen

von Sabine Reich

Fragen zur Zeit

Beide an der Leine – der Hund sichtbar, die Frau unsichtbar. Die staatlichen Restriktionen zur Eindämmung von Covid 19 haben die Menschen weitestgehend aus dem öffentlichen Raum verbannt, so wie hier auf der Piazza del Popolo in Rom. Foto: Reuters / Alberto

Im Schatten der Stunde Null

Nach dem Ende der Covid-19-Krise wird sich zeigen, wie ernst es die Gesellschaft mit sich und der Kunst meint

Gespräche mit Künstlern

Pierre Soulages, Atelieraufnahme, 2015, © Pierre Soulages, Foto: Vincent Cunillère, Paris, Courtesy: Galerie Karsten Greve, Köln / Paris / St. Moritz

Pierre Soulages

Wunschlos verliebt in Schwarz

René Wirths

Mir ist Qualität wichtiger als Quantität.

Monografie

Kimsooja, Antwerpen, 2018, Courtesy of Axel Vervoordt Gallery und die Künstlerin, Foto: Sebastian Schutyser

KIMSOOJA

Schauendes Denken

Essay

Roland Schappert: o.T. (DEMOK R ATIE), 2020, lichtechter Pigmentdruck auf Aluminium, Durchmesser 120 cm, Bildmontage: David Förster, Nurogames GmbH © R.Schappert & VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Adressaten der Kunst

von Roland Schappert

Die Ausstellung

Installationsansicht: Countryside, The Future, Sicht in die Etagen mit Textbändern und den Litfaßsäulen, von unten nach oben, Foto: David Heald, © Solomon R. Guggenheim-Stiftung.

Countryside, The Future Oder: Von der Revitalisierung des Landes

Rem Koolhaas erkundet neue Wege

Ausstellungen

Timm Ulrichs, „Die weißen Flecken meiner Körper-Landschaft. Kenn-Zeichnung der mir niemals direkt sichtbaren Bereiche meines Körpers“, 1968, 2 Schwarzweiß-Fotografien, © Timm Ulrichs, VG Bild-Kunst Bonn

Timm Ulrichs

Ich, Gott & die Welt. 100 Tage – 100 Werke – 100 Autoren Der Totalkünstler

Haus am Lützowplatz 07.03.– 14.06.2020

Hassan Sharif, Jumping No. 1, 1983, 3 von 7 Fotografien, Fotodokumentation einer Performance in Dubai, Courtesy: Estate of Hassan Sharif; Alexander Gray Associates, New York; gb agency, Paris; Gallery Isabelle van de Eynde, Dubai

Hassan Sharif

I Am The Single Work Artist

KW Institute for Contemporary Art 29.02.– 03.05.2020

Peter Hujar, Horse, Warwick, R.I., 1979, Silbergelatine-Abzug, 37,5 × 37,5 cm [Bild]. Courtesy: the Estate of Peter Hujar und Galerie Buchholz, Berlin / Köln / New York

Moyra Davey – Peter Hujar

Galerie Buchholz 13.02.– 11.04.2020

Bas Jan Ader, I’m too sad to tell you, 1970–71, Filmstill, 16 mm, 3:37 Minuten, © Nachlass Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen, 2019, The Artist Rights Society (ARS), New York, Courtesy: Meliksetian, Briggs, Los Angeles, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Trauern.

Von Verlust und Veränderung

Hamburger Kunsthalle 07.02.– 02.08.2020

David Hockney, My Parents, 1977, Tate, © David Hockney, Foto: Tate

David Hockney

Die Tate zu Gast

Bucerius Kunst Forum 01.02.– 13.09.2020

Mika Rottenberg, Lips (Study#3), 2018, Einkanal-Videoinstallation Ton, Farbe, 1 :28 min, Installationsansicht New Museum, New York 2019, Courtesy: die Künstlerin und Hauser & Wirth, Foto: Dario Lasagni

Mika Rottenberg

Kurt-Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Sprengel Museum 08.02.– 10.05.2020

Lynn Chadwick, Beast Alert I, 1990, Edelstahl, © The Estate of Lynn Chadwick, Foto: Jonty Wilde

Lynn Chadwick

Biester der Zeit

Lehmbruck Museum 29.02.– 26.07.2020

Moondog, Hamburg, 1974, Foto: Beatrice Frehn

Tobias Euler, Thies Mynther, Veit Sprenger

Moon Machine, Landing

Kunsthalle Münster 11.02.–22.6.2020

Peter Lindbergh, Foto Stefan Rappo

Peter Lindbergh

Untold Stories

Kunstpalast 05.02.– 01.06.2020

Installationsaufnahme von Raum 12, Michael Buthe, Die Heiligen Drei Könige, 1989, Fundholz, Stühle, Körbe, Federn, Glüh lampe, Farbe (Schenkung Michael Buthe Estate Köln, links im Hintergrund, Maria vom Erbarmen (Nuestra Señora de las Mercedes) und zwei Heilige des Mercedarier-Ordens Potosi / Bolivien, Ende 18. Jh., Öl auf Leinwand (Schenkung Marga und Günther K. Motz), Foto: Lothar Schnepf, © Kolumba, Köln

1919 49 69ff. Aufbrüche

Kolumba 15.09.2019 –17.08.2020

Tony Conrad, Installationsansicht Kölnischer Kunst verein, 2020, Courtesy: Nachlass von Tony, Conrad und Greene Naftali, New York, Foto: Mareike Tocha

Tony Conrad

Kölnischer Kunstverein 15.02.– 03.05.2020

Olaf Mooij, Brain Car, 2015, Fotografie der Skulptur (Ford Mercury, Polyester, Projektion, Sound, 575 × 240 × 253 cm, Collection Knowledge Mile Amsterdam), Courtesy: der Künstler, © Olaf Mooij

Liebes Ding – Object Love

Museum Morsbroich 26.01.– 26.04.2020

Jeremy Deller: Wir haben die Schnauze voll, Installationsansicht, Bonner Kunstverein, 2020, Courtesy: der Künstler und The Modern Institute, Foto: Mareike Tocha

Jeremy Deller

Wir haben die Schnauze voll

Bonner Kunstverein 16.02.–05.07.2020

Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Öl auf Leinwand, Collection of Harry Ransom Center, The University of Texas at Austin, Nickolas Muray Collection of Modern Mexican Art, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust / VG, Bild-Kunst, Bonn 2020

Fantastische Frauen

Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo

Schirn Kunsthalle 13.02. – 24.05.2020

Joseph Beuys im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, 1970, Foto: Barbara Klemm, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Kraftwerk Block Beuys

Hessisches Landesmuseum Darmstadt 14.02.– 24.05.2020

Onésimos, Rotfigurige Schale, 5. Jh. v. Chr., Keramik, Inventar-Nr.: G291, Paris, Musée du Louvre, Copyright: bpk / RMN – Grand Palais / Hervé Lewandowski

Körper. Blicke. Macht.

Eine Kulturgeschichte des Bades

Kunsthalle Baden-Baden 07.03.– 21.06.2020

Wilhelm Heise, Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © Wilhelm Heise bzw. Rechtsnachfolge, Foto: Lenbachhaus

Radio-Aktivität

Kollektive mit Sendungsbewusstsein

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München 18.02.– 23.08.2020

Ryan Trecartin, The Re’Search (Re’Search Wait’S), 2010, HD-Video mit Ton, 40 Min. 9 Sek., Courtesy: der Künstler, Regen Projects, Los Angeles und Sprüth Magers

The Cindy Sherman Effect

Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst.

Bank Austria Kunstforum 29.01.– 21.06.2020

Tim Etchells, Being Free, 2020, Ausstellungsansicht … von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden, Kunsthalle Wien 2020, Foto: Jorit Aust, Courtesy: der Künstler; Vitrine, London / Basel; Jenkins Johnson Gallery, San Francisco / New York & Ebensperger-Rhomberg, Berlin / Salzburg

… von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden

Kunsthalle Wien 08.03.– 08.05.2020

Gilbert & George: THE GREAT EXHIBITION, 1971 – 2016, Kunsthalle Zürich & Luma Westbau, Foto Nelly Rodriguez

Gilbert & George

The Great Exhibition, 1971 – 2016

Kunsthalle Zürich & Luma Westbau, Zürich 22.02.– 10.05.2020

Edward Hopper, Gas, 1940, Öl auf Leinwand, 66,7 × 102,2 cm, The Museum of Modern Art, New York, Mrs. Simon Guggenheim Fund © Heirs of Josephine Hopper / 2019, ProLitteris, Zurich © 2019 Digital image, The Museum of Modern Art, New York / Scala, Florence

Edward Hopper

Fondation Beyeler 26.01. – 17.05.2020

Fondation Beyeler 26.01. – 17.05.2020

Steven Parrino bei Ausstellungsvorbereitungen im CAN Centre d’art Neuchâtel, 1998, Foto: Cedric Degrang

Steven Parrino

Nihilism is Love

Kunstmuseum Liechtenstein 21.02.– 17.05.2020

Ed Atkins, Safe Conduct, 2016, 3-Kanal-Videoinstallation und Audio, Foto: T.W. Kuhn, Courtesy: Ed Atkins, Galerie Isabella Bortolozzi, Cabinet Gallery, Gavin Brown’s Enterprise, Dépendance Gallery

Liisa Lounila – Ed Atkins

Shadow Zone / Live White Slime

Nykytaiteen museo Kiasma 28.02.– 26.07.2020 / 28.02.– 23.08.2020

Biennalen

Between Art and Commerce (Port25 – Raum für Gegenwartskunst, Mannheim) – Daniel Stier, Mosaic Science, 2018, © Biennale für aktuelle Fotografie

The Lives and Loves of Images

Biennale für aktuelle Fotografie 2020

Kunstforum-Gespräche

Rein Wolfs, Foto: Martijn van Nieuwenhuyzen

Für eine ghettolose Weltkunst

Ein Gespräch mit Rein Wolfs, dem neuen Direktor des Stedelijk Museums in Amsterdam
Mirjam Zadoff, Direktorin NS-Dokumentationszentrum München, Foto: © Orla Connolly, 2019

Mittels Kunst neue Denk- und Diskussionsräume eröffnen

Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München

What, How & for Whom / WHW (Nataša Ilić, Sabina Sabolović und Ivet Ćurlin), 2019. Foto: Damir Žižić

Kunst und ihre Verstrickung in soziale und politische Realitäten

Die neuen Direktorinnen der Kunsthalle Wien Nataša Ilić, Sabina Sabolović und Ivet Ćurlin (What, How & for Whom/WHW)

Man hat den Mythos der Stunde Null gepflegt

Für Raphael Gross ist die documenta eine Sonde in die politisch-ästhetische Geschichte der Bundesrepublik. Im nächsten Jahr will er eine Ausstellung dazu im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin zeigen.

Kulturpolitik

Kongresshalle Nürnberg, 2020, Foto: Martin Blättner

PR-Gag oder realistische Utopie?

Über die neuesten Kongresshallenpläne der Stadt Nürnberg im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung

Relektüren

Nigel Barley, Traumatische Tropen. Notizen aus meiner Lehmhütte, aus dem Englischen von Ulrich Enderwitz, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, im Original: The Innocent Anthropologist. Notes from a Mud Hut, London: British Museum Publications 1983

Folge 54

Rainer Metzger

Nachrichtenforum

But stay connected - virtually from home, Courtesy: SchirnKunsthalle Frankfurt

Nachrichten

Timm Ulrichs, Wurzelwerk III, 1980 / 89 / 2010, VG Bild-Kunst

Aktionen und Projekte

In diesem Band

VENEDIG
BIENNALE