Band 258
Kunstnatur I Naturkunst
Natur in der Kunst nach dem Ende der Natur
Die Natur steckt in der Krise. Der ökologische Fußabdruck des Menschen ist größer als die Natur verkraften kann. Und neben der brachialen Zerstörung natürlicher Lebensräume ...
Die Natur steckt in der Krise. Der ökologische Fußabdruck des Menschen ist größer als die Natur verkraften kann. Und neben der brachialen Zerstörung natürlicher Lebensräume hat die Technisierung in alle Bereiche der Umwelt Einzug gehalten. Im gleichen Zuge stimmen gegenwärtige Theoriediskurse den Abgesang auf die Natur an, indem sie gängige Natur / Kultur-Konzepte aufkündigen und den Begriff des Natürlichen verabschieden. Die Kunst reagiert auf die Vorstellung einer vom Menschen gemachten, einer künstlichen Natur, die seit rund zwei Jahrzehnten unter dem Schlagwort des Anthropozän die öffentliche Diskussion beherrscht. Künstlerinnen und Künstler positionieren sich dabei zwischen Kunstnatur und Naturkunst, indem sie einerseits synthetische Prozesse der Erzeugung von Natur anwenden und andererseits Natur nach wie vor als Motivund Ideengeberin nutzen. Die Natur ist tot. Es lebe die Natur. Ihre Konjunktur in der Kunst zeigt: Sie ist widerständig, fordert zu immer neuen Auseinandersetzungen und bringt dabei mehr als Naturuntergangs- und Naturrettungskunst hervor. Der Themenband liefert eine Bestandsaufnahme ästhetisch, technologisch und ökologisch motivierter künstlerischer Positionen.

Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Kunstnatur I Naturkunst
Natur in der Kunst nach dem Ende der Natur

Konstruktionen und Dekonstruktionen des Natürlichen
Eine Bestandsaufnahme von Natur in der Kunst nach dem Ende der Natur
von Judith Elisabeth Weiss

Bio-Art: Die Kunst für das 21. Jahrhundert
von Ingeborg Reichle

Tote Natur ?
Stein und Petrefakt, Wüste und Arktis als Dimensionen der Kunst im Anthropozän

Guerilla-Gardening, Paradiesgärtlein und planetarischer Garten
Zur Aktualität des Gartens als Metapher und künstlerisches Wirkungsfeld

Mariko Mori
Vorwärts zur Natur

Christiane Löhr
Die Emanation des Raums und die Beständigkeit des Flüchtigen

Krištof Kintera
Postnaturalia oder die Natur nach der Natur

Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger
Humus Humanum oder das Hirn ein Wald, die Seele ein Garten

Ilkka Halso
Mit Drohne und Skalpell in Finnland Landschaftsausschnitt und Naturkonstrukte zwischen Analyse, Musealisierung und Konsum

Art Laboratory Berlin
„Selbst als Zerstörer ist unsere Rolle recht unbedeutend“

Brandon Ballengée
Überleben: Kunst, Wissenschaft und Aktivismus im Praeter Naturam

Detlef Orlopp
„Die Erde: Ein immerwährendes Sagen“









![James Lee Byars, This is the Ghost of James Lee Byars Calling, 1969, Performance, Bernd Lohaus und James Lee Byars auf der Straße vor A 37 90 89, Oktober 1969, Fotos: Maria Gilissen / Sammlung Kasper König, Berlin; Einladungskarte A 37 90 89, [1969], handschriftlicher Fragebogen zu James Lee Byars’ What is an Hour?, undatiert [1969], Privatsammlung, Hamburg; Marie-Puck Broodthaers und Kasper König bei einer Performance von James Lee Byars bei A 37 90 89, Oktober 1969, James Lee Byars bei seiner Performance bei A 37 90 89, Oktober 1969, Fotos: Maria Gilissen / Sammlung Kasper König, Berlin](https://d3speutakpkuqn.cloudfront.net/app/uploads/2018/12/14133258/5323789_image_4_241.jpg)


























