Band 236

Wendezeiten

Deutschland in der Kunst

„Nationen malen keine Bilder“, schrieb Werner Hofmann 1999 in seiner Streitschrift Wie deutsch ist die deutsche Kunst?. Mit der Praxis künstlerischen Arbeitens haben nationale Zuschreibungen wenig zu tun. Schließlich ...

„Nationen malen keine Bilder“, schrieb Werner Hofmann 1999 in seiner Streitschrift Wie deutsch ist die deutsche Kunst?. Mit der Praxis künstlerischen Arbeitens haben nationale Zuschreibungen wenig zu tun. Schließlich befinden wir uns in einem postnationalen Zeitalter, in dem nationale Zugehörigkeiten und Fragestellungen in globalen Zusammenhängen aufgehen und Teil eines internationalen Geflechts sind. Dennoch ist jeder Mensch durch seine Herkunft, seine Sprache und sein Lebensumfeld politisch und kulturell sozialisiert. Das beeinflusst Denken und Handeln und wirkt sich natürlich auch auf die Kunstproduktion aus. Anlässlich des 25-jährigen Jahrestags der deutschen Einheit stellt dieser Band exemplarisch Künstler und Werke vor, die sich mit Deutschland auseinandersetzen. Dabei fällt auf, dass die Wiedervereinigung die Vergangenheitsbewältigung als beherrschendes Thema in den Hintergrund gerückt und das Selbstbewusstsein gestärkt hat. Der Mauerfall markiert auch das Ende der Nachkriegszeit: 1990 erhielt Deutschland mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag erstmals seit 1945 wieder die vollständigen Rechte eines souveränen Staates. Fast gleichzeitig wurde die globale Marktwirtschaft mit ihrem Wachstumsdiktat zum politischen Leitgedanken, und die Globalisierung und Medialisierung fast aller Lebensbereiche begann ihren Siegeszug. Heute ist Deutschland ein Einwanderungsland, die aktuellen Flüchtlingsbewegungen werden das Land und Europa weiter verändern. Alle diese Faktoren haben das Selbstbild der Deutschen, aber auch den Außenblick massiv verändert. Wendezeiten – Deutschland in der Kunst spannt einen Bogen zwischen Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen und gibt Einblicke in ihr Werk und ihr persönliches Verhältnis zu Deutschland. In den Werken, Autorenbeiträgen und Interviews wird Deutschland auf unterschiedliche Weise als Geschichts-, Kultur- und Sozialraum reflektiert, werden Fragen nach nationaler und kultureller Identität umkreist und untersucht. In den Beiträgen wird den Fragen nachgespürt, wie Globalisierung, Ökonomisierung und Migration auf die künstlerischen Praxen einwirken und inwiefern das Nationenprinzip – das sich etwa bei den Länderpavillons der Venedig-Biennale noch findet – im globalen Kunstbetrieb heute noch Gültigkeit hat.


Alle Beiträge aus dieser Ausgabe

Titelbeiträge

Wendezeiten – Deutschland in der Kunst

herausgegeben von Maria Anna Tappeiner

Editorial

Kunst und Künstler im geteilten Deutschland

Durch Zeit und Raum

Werke zur Wiedervereinigung

Cornelia Schleime

Der gute Künstler des Ostens hatte kauzig zu sein, sonst war er ein angepasster Staatsdiener

Katharina Sieverding

Eine nationale Identität muss sich permanent neu konstruieren und hinterfragen

Thomas Kilpper

Erst in der Wechselwirkung mit der Gesellschaft wird Kunst wirksam

Jörg Herold

Wir waren einfach übrig geblieben

Ungleiche Wege.

Deutschland in der Fotokunst

Gregor Schneider

Suse Weber

Soll das deutsch sein oder kann das weg?

Christoph Büchels „Deutsche Grammatik“

Zu Gast bei Freunden:

Vereinnahmungskunst oder die Kunst der gleichwertigen Differenz

Thomas Demand

Jede Art von Erinnerung erschafft sich immer wieder neu

Michaela Melián

Deutschland kommt in vielen Themen um die Ecke

Klaus Staeck

Meine Arbeit ist die Verteidigung des öffentlichen Raumes, weil sich dort Demokratie abspielt

Christoph Schlingensief

Jonathan Meese

Einwanderungsland Deutschland.

Migration als Herausforderung für die Kunst

Künstlerische Praxis im Geflecht von Ökonomisierung und Globalisierung

Dan Perjovschi

Glücklicherweise habe ich einen Humor, der mir in komplizierten Zeiten zu überleben hilft

Kader Attia

Özlem Günyol und Mustafa Kunt

Fragen zur Zeit

Apps und andere Happen

Was Billigfluggesellschaften und manche Ausstellungsprogramme gemein haben

Kommentar

Warum erst recht jetzt für Ai Weiwei?

Biennalen

La Vie moderne

13e Biennale de Lyon

236-200-002.jpg - Portrait Ralph Rugoff. Fotos: Fabian Stech, soweit nicht anders angegeben

Ralph Rugoff

Die Kunst im Zeichen der Krise

Mit Leo Trotzki im Salzkanal

14. Istanbul Biennale

Überwältigt vom Salzwasser

14. Istanbul Biennale

Kampffeld Kunstmesse

Konflikte zwischen Biennalen und Kunstmessen

Zwischen Leerstand, Moral und Unmoral

Die Bildende Kunst der Ruhrtriennale

Tunnelvisionen voller Obsessionen

Momentum 8, Nordische Biennale für Zeitgenössische Kunst in Norwegen

Ausstellungen

Mondrian

»Die Linie«

Martin-Gropius-Bau, Berlin, 4.9. – 6.12.2015

Gesichter des Wandels

»Fotografien 1989/1990 von Regina Schmeken und Ulrike Schamoni«

Bundesfinanzministerium, Berlin, 27.8. - 11.11.2015

InterAKTION

»Brasilien in Sacrow«

Schloss Sacrow, Potsdam-Sacrow, 19.7. -– 4.10.2015

Christian Jankowski

»Überlieferte Kunstgeschichte«

Kunsthaus Hamburg, 7.7.– 23.8.2015

Günter Förg

»Wandmalerei«

Deichtorhallen, Halle für aktuelle Kunst, Hamburg, 31.7.–25.10.2015

Isa Melsheimer

»Kontrastbedürfnis «

Ernst Barlach Haus, Hamburg, 12.7. – 4.10.2015

Nan Hoover / Denis Rouvre

»Zeit Natur Licht / Low Tide. Japan nach dem Tsunami«

Museum Kunst der Westküste, Alkersum, 19.7.2015 – 10.1.2016

Stefan Ettlinger

»Bahnhofstraße / Milchstraße: Malerei 1985 – 2015«

Kunsthalle Wilhelmshaven, 18.7. – 11.10.2015

Niklas Luhmann, Ulrich Rückriem, Jörg Sasse

Serendipity – Vom Glück des Findens

Kunsthalle Bielefeld, 11.7. – 11.10.2015

Marcel Broodthaers

»Der Anfang und das Ende aller Kunst«

Fridericianum, Kassel, 17.7.– 11.10.2015

Die Kunst der Türken

»Modernisierung als Fiktion«

Kunstverein, Düsseldorf, 22.8. –8.11.2015

Avatar und Atavismus

»Outside der Avantgarde«

Kunsthalle Düsseldorf, 22.8. – 8.11.2015

Der Apfel – eine Einführung

»(immer und immer und immer wieder)«

Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 12.7. – 25.10.14

Maike Freess

»Von blinder Gewissheit«

Von der Heydt Kunsthalle, Wuppertal, 30.8. – 3.1.2016

Danh Vo

»Ydob eht ni mraw si ti«

Museum Ludwig, Köln, 1.8. – 25.10.2015

Ruhe vor dem Sturm

»Postminimalistische Kunst aus dem Rheinland«

Museum Morsbroich, Leverkusen, 13.9.2015 – 10.1.2016

Volker Saul

»Shapes – Work in Progress«

Leopold-Hoesch-Museum, Düren, 14.6. – 22.11.2015

Die 80er

»Figurative Malerei in der BRD«

Städel, Frankfurt/Main, 22.7.-18.10.2015

Carsten Nicolai

»Computersound als visuelle Struktur«

Kunstmuseum Stuttgart, 17.8. – 4.10.2015

Die kalte Libido

»Sammlung Goetz im Haus der Kunst«

Haus der Kunst, München, 26.6.2015 – 28.2.2016

Evelyn Hofer (1922-2009)

»Retrospektive«

Museum Villa Stuck, München, 18.6. – 20.9.2015

Internationaler Faber-Castell – Preis für Zeichnung 2015

Neues Museum, Nürnberg, 17.7. – 11.10.2016

Joel Meyerowitz

»Retrospektive«

Kunst Haus Wien, 17.7. – 1.11.2015

Individual Stories

»Sammeln als Porträt und Methodologie«

Kunsthalle Wien, 26.6. – 11.10.2015

Cathy Wilkes

Lentos Kunstmuseum Linz, 3.7. – 4.10.2015

E.A.T.

»Experiments in Art and Technology«

Museum der Moderne Salzburg, 25.7. – 1.11.2015

Joan Mitchell

»Retrospective. Her Life and her Paintings«

Kunsthaus Bregenz, 18.7. – 25.10.2015

Christian Marclay

»Action«

Aargauer Kunsthaus, 30.8. – 15.11.2015

Eppur si muove

»Kunst und Technik, ein gemeinsamer Raum«

Mudam, Luxemburg, 9.7.2015 – 17.1.2016

Eine Sammlung als Porträt

»Patrice Chéreau – Ein imaginäres Museum «

Collection Lambert, Avignon, 11.7. –11.10.2015

Beauté Congo 1926 – 2015

»Congo Kitoko«

Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Paris, 11.7. –15.11. 2015

Afrika

»Architektur, Kultur, Identität«

Louisiana, Museum of Modern Art, Humlebaek, 25.6. – 25.10.2015

Barbara Hepworth

»Sculpture for a Modern World«

Tate Britain, London, 24.6. – 25.10.2015

Kunstforum-Gespräche

Utopien als natürlicher Teil des Diskurses

Kunstprojekt Nadezhda / Prinzip Hoffnung im Rahmen der 6. Moskau Biennale

Gespräch mit den beiden Kuratoren Nicolaus Schafhausen und Simon Mraz

Im Rückspiegel

Aspekte zur Wiederentdeckung Florence Henris Mitte der 70er Jahre

T.W. Kuhn im Gespräch mit Jürgen Wilde

Ein Haus der freien Kommunikation

Vor 25 Jahren entstand das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow.

Ein Interview mit Miro Zahra und Udo Rathke, den Erfindern des Künstlerhauses

Botschaften der gerade jungen Generation

"Vom Großen und Ganzen". Die Sammlung Haus N in der Gerisch-Stiftung Neumünster

Gespräch mit dem Kieler Sammlerpaar Gunda und Peter Niemann

Aufstand gegen den Markt

Gespräch mit den Kuratoren Sun Yuan & Peng Yu

Report

Krise? War gestern. Oder wird morgen sein

Ein Rundgang durch einige Ausstellungen in Reykjavik

Nachrichtenforum

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Nachrichten

Aktionen & Projekte

In diesem Band

VENEDIG
BIENNALE