Band 139
Kunst und Literatur Teil I
Dass bildende Künstler auch Bücher lesen und Schriftsteller auch Kunstausstellungen besuchen, ist klar. Darüber aber, was im Einzelfall passiert, wenn Ausflüge in das Territorium der benachbarten ...
Dass bildende Künstler auch Bücher lesen und Schriftsteller auch Kunstausstellungen besuchen, ist klar. Darüber aber, was im Einzelfall passiert, wenn Ausflüge in das Territorium der benachbarten Kunst unternommen werden, wird nur selten, und wenn, nur peripher ein Wort verloren. Um in Erfahrung zu bringen, welche Rolle das Lesen für bildende Künstler spielt und was deren Kunst wiederum dem Schriftsteller sagt und wie beide Seiten miteinander kommunizieren und was sie daraus für sich machen, unternahm Heinz-Norbert Jocks eine Reise zwischen den Künsten. Sie führte ihn zu Künstlern und Schriftstellern und auch zu jenen, die darüber nachdenken, wie beides zusammengehört. In seinem einleitenden Essay „Die vergessenen Rendezvous der Künste“ skizziert Jocks Parallelen und Differenzen zwischen bildender Kunst und Literatur. Er entdeckt eine „breit gefächerte Skala schöner Begegnungsebenen“, bringt aber auch Trennendes, wie das Thema der Reproduzierbarkeit, der Farbe, Materialität oder der Musealisierung zur Sprache. Ausführlich widmet sich der Herausgeber den „Doppelbegabungen“ wie Henri Michaux oder Günter Grass. Fokussiert werden „Amerikanische Perspektiven“ (Wallace Stevens, W.C. Williams, John Ashbery, William S. Burroughs und Mike Kelley) sowie „Französische Zustände“ (Pablo Picasso, Max Ernst, Samuel Beckett, Louis Aragon, Henri Matisse, Marcel Proust). Fortsetzung der Dokumentation in Band 140 (1998).
Alle Beiträge aus dieser Ausgabe
Titelbeiträge

Die vergessenen Rendezvous der Künste
Oder zwangloses Treffen in den Zwischenräumen

Gemischtes und ungemischtes Doppel
Maler und Literaten zwischen den Künsten

Angehaltene Fluchtpunkte
Der Maler und Schriftsteller Peter Weiss

»Mir liegt an einer Einheit, also daran, daß alles wie Plastik, Zeichnung und Texte zusammenfindet«
Ein Gespräch mit Fritz Schwegler

»Mit Wörtern ordne ich die sichtbare Welt. Farbe löst sie auf«
Ein Gespräch mit Silvio Blatter

Der Körper, der Maler und der Autor
Ein Gespräch mit Bodo Kirchhoff

»Alles, was ich mache, sind die Äste eines Baumes«
Ein Gespräch mit Armando

Der Filmemacher, der Künstler und der Schriftsteller
Abseits der Identitätsfalle: Godard, Warhol und Goetz

Über die Heiligkeit der Körper und Dinge
Pier Paolo Pasolini, der Zeichner und Maler

Die Ethik der Kunst
Rembrandt, Léonor Fini, Giacometti: Genets Schriften über die Kunst verhalfen ihm zu neuer Schaffenskraft und begründeten seine Ethik der Kunst

Urinoir, Jar, Hasard
Zu den Wechselerhellungen von Poesie und Kunst in den USA: Am Beispiel von Wallace Stevens, W.C. Williams und John Ashbery

Treffer im Holz
William Seward Burroughs, der grosse Techniker der Halluzination

»Als Kind war ich ein Bücherwurm, der davon träumte, eines Tages ein Erzähler zu werden«
Ein Gespräch mit Mike Kelley

Unterwegs zur Literatur
Pablo Picasso und Max Ernst

Bilder vom entfernten Sein
Beckett und seine Künstlerfreunde in Paris

Künstlerische Genese als Alptraum
(Artaud und Van Gogh)

»Ich deute die bewohnte Stille der Häuser«
Louis Aragon und Henri Matisse

»In der Kunst bin ich Supernaturalist«
Kursorische Bemerkungen über Heines Verhältnis zur Malerei


»Manchmal wünsche ich mir, neben den Menschen von Edward Hopper an der Bar zu hocken«
Ein Gespräch mit Cees Noteboom





























































































